Auch zweites "Sommerbühnen"-Wochenende kommt gut an

Musikalisches Programm spannt einen Bogen von Syrien über Frankreich bis nach Ostwestfalen-Lippe

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Aktuell: Die syrische Band "Khebez Dawle" um Sänger Anas Maghrebi erzählte auf dem Detmolder Marktplatz von Krieg, Flucht und Hoffnung. - © André Gallisch
Aktuell: Die syrische Band "Khebez Dawle" um Sänger Anas Maghrebi erzählte auf dem Detmolder Marktplatz von Krieg, Flucht und Hoffnung. (© André Gallisch)
"Liebe ist Gold": Frank Böhle von "Franqee". - © André Gallisch
"Liebe ist Gold": Frank Böhle von "Franqee". (© André Gallisch)

Detmold. "Liebe ist Gold" hat die Band "Franqee" am Samstagabend auf dem Detmolder Marktplatz gesungen. Vielleicht war das eine Botschaft an all jene in dieser Welt, die das vergessen haben sollten. Das zweite Wochenende der Detmolder Sommerbühne wurde dagegen von einer Atmosphäre der Zusammengehörigkeit erfasst. Eine Art des friedlichen und freudigen Miteinanders, wie sie wohl neben dem Sport am ehesten der Musik gelingt.

Schon am Freitag wirkte diese Kraft auf dem Marktplatz. Denn mit der syrischen Band "Khebez Dawle" holte die Besucher das Alltagsgeschehen ein. Die geflüchteten Musiker, die auf ihrem Weg über die Balkanroute immer wieder musikalisch auf sich aufmerksam machten, zogen viele Menschen auf den Marktplatz in der Residenz. Und während sich auf dem benachbarten Schlossplatz die Gäste an den Leckereien von "Lippe kulinarisch" erfreuten, entstand wenige Meter weiter eine fast andächtige Atmosphäre.

Nicht zuletzt der immer irgendwie traurige Unterton der Lieder unterstrich dies. Doch strahlten die Songs der Band, die sich um die Situation in Syrien und auf der Flucht drehten, neben aller Tragik auch einen nicht zu übersehenden Funken Hoffnung aus. Und so schuf die Mischung westlicher wie arabischer Musikeinflüsse eine gute Stimmung.

Die nahm anschließend die Kölner Formation "Bukahara" dankbar auf - mit deutlich flotteren Rhythmen. Auch auf der Bühne gerieten die vier Musiker ordentlich in Bewegung. Unter anderem auch, weil zum Beispiel Max von Einem mit den Wechseln von der Posaune zur Snare und zum riesigen Sousaphon schon optisch reichlich Abwechslung garantierte. Später dann wurde die Bitte des Publikums nach mehr arabischem Gesang erhört. Nun stieg Anas Maghrebi, Sänger von "Khebez Dawle" aus den Zuschauerreihen noch einmal auf die Bühne, um das Quartett zu unterstützen.

Fast eine Parallele zum Samstagabend: Denn als die französische Sängerin Nina Attal mit ihrer hellen Stimme ihre Soloballade "Looking for Freedom" zum Besten gab, erhielt sie ebenso spontane wie geniale Begleitung durch eine kräftige dunkle Männerstimme aus dem Publikum. Ein starker Live-Moment, der sofort Applaus auslöste.

Ansonsten hatte die temperamentvolle 24-Jährige aber keine Hilfestellung nötig. Mit ihrer Band verwandelte sie zumindest die vorderen Reihen vor der Bühne in eine immer größer werdende Tanzfläche.

Zum Tanzen hatte auch "Franqee"-Frontmann Frank Böhle schon aufgerufen: "Wir haben noch ein paar Funk-Nummern dabei." Gelohnt hatte sich das Zuhören aber auch schon vorher, als die ostwestfälisch-lippische Band mit ihren zurückhaltenden aber hintergründigen Texten in "Ein neuer Tag" oder "Pommes Mayo" unterhielt.

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