Dirk Schelpmeier zeigt im Lagenser Technikum abstrakte Fotografie

Barbara Luetgebrune

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Starke Farben, fließend verschwommene Formen: Dirk Schelpmeier mit einer seiner aktuellen Arbeiten. - © Barbara Luetgebrune
Starke Farben, fließend verschwommene Formen: Dirk Schelpmeier mit einer seiner aktuellen Arbeiten. (© Barbara Luetgebrune)

Lage. Musiker- und Band-Fotos, in denen er mit sicherem Blick die Persönlichkeit der Porträtierten ins Bild setzt, sind Dirk Schelpmeiers fotografisches Markenzeichen. Im Technikum zeigt er jetzt eine ganz andere Seite seines Schaffens: Auf Einladung der Kunst-Stiftung Sibylle Dotti präsentiert er dort abstrakte Fotografien.

Nicht nur auf dieser Ebene spielt der Detmolder mit den Sehgewohnheiten der Betrachter – „Illusionen" nennt er seine Ausstellung folgerichtig. „Unsere ganze Realität beruht auf Sehgewohnheiten. Wenn man daran rüttelt, ändert sich alles", sagt Dirk Schelpmeier.

Und „gerüttelt" hat er für die Arbeiten, die er nun zeigt, im Wortsinne: Er hat die Kamera bewegt oder auch seine Motive, hat so die Fokussierung verändert, hat mit Licht und Zeiten, mit Abstand und Nähe experimentiert. Entstanden sind auf diese Weise zum einen abstrakte Bilder in großen Formaten, die mit ihrer kräftig leuchtenden Farbigkeit und den weichen, fließenden oder auch gewischten Konturen durchaus etwas Malerisches haben.

Information

Fritz Krisse macht Musik

Eröffnet wird die Ausstelllung „Illusionen" am Sonntag, 2. April, um 17 Uhr im Technikum, Lange Straße 124. Zu sehen ist sie bis zum 27. Mai, montags bis freitags von 9 bis 19 Uhr. Musikalisch gestaltet wird die Vernissage von Fritz Krisse (Kontrabass). Dirk Schelpmeier selbst gibt gemeinsam mit Natalie Plöger ebenfalls ein Konzert in der Ausstellung. Dieses beginnt am Freitag, 28. April, um 20 Uhr.


Ist aber eben keine Malerei. Genauso wenig wie – auch das wäre von der Anmutung her möglich – reine Computer-Grafik. Alles Illusion. Es ist Fotografie, bei der die Experimentierfreude des Künstlers vor nichts halt macht: Ob das für diese Kunstform so unabdingbar wichtige Licht, ob Untergrund oder Oberfläche – alles ist dem spielerischen Versuch unterworfen.

Bei so vielen Möglichkeiten, so viel Freiraum nicht beliebig zu werden, ist bei dieser Arbeitsweise eine zentrale Herausforderung an den Künstler. Eine Herausforderung, der sich Dirk Schelpmeier sehr bewusst ist. Kein Wunder also, dass in den jüngeren Arbeiten seiner experimentellen Serie wieder mehr Konturen zu sehen sind – auch sie entstehen aus der Bewegung, scheinen nicht selten aus der Unschärfe in die Schärfe zu springen.

Diese Konturen mögen den Augen der Betrachter einen Halt zum Fokussieren geben – ein sicherer Ausweg aus dieser gegenstandslosen, mystischen Bilderwelt ist aber auch in diesen Fotografien, die überwiegend in reduzierter Farbigkeit daherkommen, reine Illusion.

Dass die Betrachter sich verirren im Grenzbereich zwischen Fotografie und Malerei, zwischen Verschwommenem und klarer Kontur ist dem Künstler gerade recht. Da finden sie nämlich nicht heraus, ohne den eigenen Standort zu bestimmen.

Die Arbeiten erschöpfen sich nicht in ihrem hohen ästhetischen Reiz – sie fordern die Betrachter heraus, eigene Deutungen einzubringen. „Sie sind wie Innenwelt-Spiegel für die Betrachter": So formuliert es Dirk Schelpmeier.

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