4.500 Zuhörer genießen das Sommerkonzert vor dem Detmolder Schloss

Thomas Krügler

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Begeisterte Gäste: Auf dem Schloßplatz lassen sich die Besucher von der Musik verzaubern. - © Thomas Krügler
Begeisterte Gäste: Auf dem Schloßplatz lassen sich die Besucher von der Musik verzaubern. (© Thomas Krügler)

Detmold. Das groß angelegte Open-Air-Sommerkonzert der Landesregierung auf dem Schloßplatz hat bei schönstem Wetter die nach Veranstalterangaben rund 4.500 Besucher begeistert. Die Philharmonie Südwestfalen unter Leitung von Charles Olivieri-Munroe zog mit bekannten Melodien aus Oper, Musical und Film in den Bann. Solisten verliehen dem Abend virtuosen Glanz.

Von Johannes Rau 1985 ins Leben gerufen, wandern die jährlichen NRW-Sommerkonzerte seit 2012 durchs Land und beschenken ein breites Publikum mit klassischer Musik. Bei der fünften Ausgabe bedankte sich die Landesregierung im schönen Ambiente des Schloßplatzes bei 200 geladenen Gästen für ihren ehrenamtlichen Einsatz im Regierungsbezirk Detmold. Der Platz vor dem Fürstlichen Residenzschloss bildete den passenden Rahmen, um die Musik der Philharmonie Südwestfalen, die seit 1992 den Titel „Landesorchester" trägt, zu genießen.

Beherztes Tänzchen: Liana Aleksanyan und Dmitry Ivanchey schmettern „O sole mio“ in schönsten Tönen. - © Thomas Krügler
Beherztes Tänzchen: Liana Aleksanyan und Dmitry Ivanchey schmettern „O sole mio“ in schönsten Tönen. (© Thomas Krügler)

„Musik heilt, Musik tröstet, Musik bringt Freude": Mit diesem Zitat des Geigers Yehudi Menuhin begrüßte Ministerpräsident Armin Laschet die Gäste. Menuhin, Humanist und Weltbürger, habe Musik nicht nur als Kunst, sondern als wichtigen Beitrag zu einer besseren Gesellschaft verstanden.

Die aus der Mailänder Scala bekannte armenische Sopranistin Liana Aleksanyan verzauberte die Hörer im schönsten Belcanto der Arie „Ritorna vincitor!" der Verdi-Oper „Aida". Als „Madame Butterfly" füllte sie mit der dramatischen Arie „Un bel di vedremo" in goldenem Stimmklang, der in bester Tonqualität übertragen wurde, den gesamten Park.

Mysteriöse Fagottklänge des Orchesters führten in die „Halle des Bergkönigs" der Peer-Gynt-Suite Nr. 1 von Grieg. Moderatorin Susanne Wieseler schuf humorvolle Überleitungen von Horn-Bad Meinberg zur „Romanze für Horn und Orchester" von Saint-Saëns, die der waschechte Nordrhein-Westfale Marc Gruber ungemein lyrisch interpretierte. Dynamisch differenziert erklang das Finale des Hornkonzertes von Glière.

Vom Hermannsdenkmal, das bis zur Erbauung der Freiheitsstatue 1886 die höchste Statue der westlichen Welt war, ging es zum „Rodeo" in den Wilden Westen, das die Ballettmusik von Aaron Copland klangfarbenreich und rhythmisch prägnant illustriert.

Sein beeindruckendes tenorales Timbre ließ Dmitry Ivanchey als „Don Giovanni" zart aufblühen mit der Arie „Il mio tesoro", eine der schönsten Arien der Mozartopern. Der gebürtige Russe gab einen authentischen Lensky in der Originalsprache mit „Kuda, kuda" aus Tschaikowskys „Eugen Onegin".

Neben Klassikern wie dem 1851 von Wagner komponierten „Ritt der Walküren" begeisterten auch moderne Filmkompositionen. So ging es mit Musik von Alan Silvestri auf einer Spritztour „Zurück in die Zukunft", und mit dem „Flying Theme" aus „E.T.", einem Film, der auf die Musik von John Williams zugeschnitten wurde, hob das Orchester ab. Luftige Klänge erzielten erhabene Symphonik, die himmlisch schwebte. Beim „Florentiner Marsch" von Julius Fucik blieb kein Bein mehr ruhig.

Liana Aleksanyan und Dmitry Ivanchey harmonierten im Duett in „O sole mio" von Eduardo Di Capua, zu dem sie ein Tänzchen wagten. Das begeisterte Publikum entlockte den Musikern drei Zugaben. Brahms „Ungarischer Tanz Nr. 1" kam gepfeffert daher. „Stars and Stripes Forever" von Sousa und die Schnellpolka von Johann Strauss (Sohn) schufen einen markanten Ausklang, der alle zum Mitklatschen brachte.

Das WDR-Fernsehen strahlt am Sonntag, 15. Juli, um 9.05 Uhr die Highlights des Konzertes aus.

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