Fabelhaftes mit Hand und Kopf

Neue Gedok-Künstlerin Veronika Kracke zeigt Radierungen – Vernissage zur Ausstellung am Sonntag

Von Barbara Luetgebrune

In Farbe: Die Farbgebung spielt eine zentrale Rolle in den Arbeiten, die Veronika Kracke ab Sonntag in der Gedok-Galerie präsentiert.  - © Foto: Preuss
In Farbe: Die Farbgebung spielt eine zentrale Rolle in den Arbeiten, die Veronika Kracke ab Sonntag in der Gedok-Galerie präsentiert.  (© Foto: Preuss)

Der Künstlerinnenverband Gedok OWL hat ein neues Mitglied: Veronika Kracke. Die Detmolderin stellt sich von Sonntag an mit einer Ausstellung in der Gedok-Galerie vor.

Detmold. Lauter fabelhafte Radierungen bekommt die interessierte Öffentlichkeit dann zu sehen. "Fabelhaft" heißt das Thema der Ausstellung – und was die Radierungen angeht: "Mit dieser Technik bin ich infiziert", erzählt Veronika Kracke. "Die Radierung hat mich seit meinem Studium nicht mehr losgeslassen."

Die Entwürfe für ihre Radierungen entstehen im Alltag, oft sind es Skizzen, kaum größer als Briefmarken. "Ich halte das fest, was mir auffällt", sagt Veronika Kracke. "Ich erzähle meine Geschichten." Es können Gegenstände sein oder Symbole, Tiere oder spezielle Augenblicke, die sie zu Papier bringt, um sie später auf Druckplatten zu übertragen. Nur eines findet sich niemals in ihren Radierungen: der Mensch. Stattdessen sind es Gegenstände, die "zu Wort kommen": ein fragiler Koffer, der auf Reisen gehen will, eine Feder, die sich kurzerhand selbst zum Sperrgebiet erklärt, oder auch ein Gedanken fressender Käfer. Miniaturen aus der Fabelwelt.

Information
Persönlich
Veronika Kracke, Jahrgang 1958, hat von 1978 bis 1982 an der Fachhochschule für Visuelle Kommunikation in Hildesheim Grafik-Design studiert. Nach ihrem Diplom wechselte sie zur Hochschule
für Bildende Künste in Braunschweig. Es schlossen sich weitere Stationen in Frankfurt und Hamburg an. Seit 1995 lebt und arbeitet Veronika Kracke in Detmold. Um die Mitgliedschaft in der Gedok hat sie
sich beworben, "weil ich es wichtig finde, sich zu organisieren – gerade als Künstlerin", sagt Veronika Kracke. Bei der Gedok findet sie zudem den Grundgedanken toll: Frauen, die sich über die Grenzen der künstlerischen Sparten hinweg vernetzen.                (blu)

Auf die Botschaft, die "Moral", die fester Bestandteil der literarischen Gattung der Fabel ist, hat Veronika Kracke allerdings konsequent verzichtet. "Eine bestimmte Intention liefere ich nicht mit. Jeder Betrachter reflektiert seine eigene Gedankenwelt", sagt die Detmolderin.

Die Farbradierungen, die sie in der Gedok-Galerie zeigt, sind fast ausschließlich mit drei Platten gearbeitet. "Manchmal habe ich aber auch einfach die dritte Platte weggelassen. Oder ich habe die Platte einer ganz anderen Radierung für den Hintergrund genutzt." Die Vielfalt der Möglichkeiten, die diese Technik bietet, macht für Veronika Kracke den besonderen Reiz der Radierung aus. "Der kreative Prozess lässt sich hier einfach prima belegen." In vielfältigen Kombinationen, unterschiedlichen farblichen Nuancen, aber auch mittels verschiedener Papiere und Plattenzustände blättert die Künstlerin diese Möglichkeiten auf. Ein und dasselbe Motiv erscheint in immer wieder neuem Licht.

Überwiegend spielerisch kommen Veronika Krackes Radierungen daher, oft sind sie äußerst filigran gearbeitet, und generell bestechen sie durch ihre hohe handwerkliche Qualität. "Viel Hand- und viel Kopfarbeit" stecke in ihren Arbeiten, bestätigt die frisch gebackene Gedok-Künstlerin. Hand und Kopf: zwei elementare Zutaten, die die Faszination Radierung für Veronika Kracke ausmachen.
Die Vernissage beginnt am Sonntag, 17. Januar, um 11.30 Uhr in der Hornschen Straße 26 (im Parkhaus Hornsches Tor). Im Anschluss an die Einführung durch Friedrich W. Hokamp wird der Druck einer Radierung auf der Radierpresse vorgeführt.

Die Ausstellung ist bis zum 14. Februar zu sehen, und zwar mittwochs von 15 bis 18 Uhr sowie samstags von 11 bis 14 Uhr.

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