"Das Image steht und fällt mit der Kernstadt"

Carsten Große Starmann, Leiter des Demografie-Workshops, über Lages Stärken und Schwächen

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Image steht und fällt mit der Kernstadt - © Lage
Image steht und fällt mit der Kernstadt (© Lage)

Lage. Viele Lagenser sehen ihre Stadt eher negativ, diese Erfahrung hat Carsten Große Starmann als Leiter des Demografie-Workshops gemacht. Aus seiner Sicht ist die Kritik aber oft überzogen.
Im Interview spricht der Projektleiter der Bertelsmann-Stiftung über Stärken, Schwächen und Faktoren für ein positives Image der Zuckerstadt.

Herr Große Starmann, was haben Sie gedacht, als Sie zum ersten Mal nach Lage gekommen sind?

Carsten Große Starmann: Das ist jetzt ungefähr ein Jahr her. Wegen einer großen Baustelle musste ich einen Umweg durch die Peripherie zur Ratssitzung im Schulzentrum fahren. Dabei ist mir die schöne Gegend und die Natur aufgefallen, ich fand die Stadt sehr schön gelegen. Einige Wochen später war ich freitags erstmals in der Innenstadt. Der lebendige Wochenmarkt hat mir sehr gut gefallen. Ein großes Potenzial in der Stadt. Ich habe dort gleich etwas fürs Abendessen eingekauft. Meine ersten Eindrücke waren sehr positiv.

Marktplatz als Mittelpunkt der Stadt: Der Wochenmarkt in der Kernstadt zieht viele Menschen nach Lage, das auch als "Zuckerstadt", als "Stadt des Sports" oder für seine breite Schullandschaft bekannt ist. - © Foto: Bockwinkel
Marktplatz als Mittelpunkt der Stadt: Der Wochenmarkt in der Kernstadt zieht viele Menschen nach Lage, das auch als "Zuckerstadt", als "Stadt des Sports" oder für seine breite Schullandschaft bekannt ist. (© Foto: Bockwinkel)

Als Leiter des Demografie-Workshops haben Sie sich monatelang mit Stärken und Schwächen der Zuckerstadt und den Eindrücken der Lagenser befasst. Was denken Sie, wie die Lagenser das Image ihrer Stadt empfinden?

Große Starmann: Zunächst einmal sind die Bürger einer Stadt immer ihre größten Kritiker, aber auch die wichtigsten Multiplikatoren. Auffällig war schon, dass viele Lagenser ihre Stadt eher negativ sehen. Das war aus meiner Sicht aber häufig überzogen und trifft für mich als Außenstehenden in vielen Dingen auch nicht zu. Manchmal sieht man einfach die positiven Dinge bzw. den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Große Starmann: Thema war häufiger, dass ein gastronomisch vielfältiges Angebot in Lage fehle und es schwierig sei, ein passendes Lokal zu finden. Als Auswärtiger hatte ich da einen ganz anderen Eindruck. Ich hatte bei der Suche nach einem Café oder einem Restaurant nie Schwierigkeiten, etwas Gutes zu finden. Natürlich gibt es immer Dinge, die man noch verbessern kann, aber eben auch viele gute Aspekte, die man sehen muss. Und da ist die Gastronomie ein Beispiel.

Was sind weitere Stärken, die Lage im Vergleich zu anderen Kommunen hat?

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