Widerstand gegen rechtsextreme "Road Crew OWL" wächst

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Lage (abe). Über die Aktivitäten der als rechtsextrem eingestuften "Road Crew OWL" hat Jan Raabe vom Verein "Argumente und Kultur gegen Rechts" in der VHS Lippe-West informiert. Fast 50 Interessierte folgten dem Vortrag und beteiligten sich an der anschließenden Diskussion. Deren Ergebnis lautet: Es formiert sich Widerstand.

Zwei Mitglieder der Road Crew hatten das ehemalige Bahnhofsgebäude in Ehlenbruch in diesem Jahr von der Stadt gekauft und nutzen es seitdem als Clubhaus, in dem bereits Konzerte mit Bands aus der rechtsradikalen Szene ausgerichtet wurden. Die "Road Crew" sei keineswegs die unpolitische Freizeitgruppe, als die sie sich nach außen darstelle, verdeutlichte Raabe in seinem Vortrag auf Einladung der Friedensinitiative Lippe. "Die Gruppierung setzt sich fast ausschließlich aus Mitgliedern zusammen, die dem Kern der extremen Rechten zuzuordnen sind und ist ein integraler Bestandteil der rechtsradikalen Szene." Vermeintliche Freizeitaktivitäten wie die Ausrichtung von Fußballturnieren oder Konzerten, dienten der Vernetzung der Szene und dem Transport ideologischer Inhalte.

"Hier geben sich Nazis aus den eigenen Reihen und aus anderen Zusammenschlüssen regelmäßig die Klinke in die Hand", so der Diplom-Pädagoge. Grundsätzlich sei die "Road Crew" nicht daran interessiert, im Umfeld ihres Quartiers Aufmerksamkeit zu erregen. Dennoch stellten Veranstaltungen, zu denen Rechtsradikale aus allen Teilen des Landes anreisten, fraglos eine unmittelbare Gefahr dar.

Da das Gebäude Eigentum der Mitglieder sei, gestalte sich eine Kontrolle schwierig. Über die Möglichkeit, ordnungsrechtlich gegen die "Road Crew" vorzugehen, beabsichtigt SPD-Ratsherr Jürgen Börchers sich zu informieren. Seine Anfrage an die Stadt habe ergeben, dass die Verantwortlichen nicht gewusst hätten, mit wem sie einen Vertrag geschlossen haben: "Erst nach dem Verkauf ist deutlich geworden, wer das Gebäude gekauft hat", so Börchers.

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