Architekt plant Umbau des City-Centers

Nach Teilabriss könnte auf Restfläche neues Rathaus entstehen

Wolfgang Becker

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Neues Rathaus im Herzen der Stadt: Der Entwurf von Hanns-Jürgen Hammesfahr sieht neue Grünbereiche mit zahlreichen Baumanpflanzungen sowie zusätzliche Wege in direkter Marktplatznähe vor. - © Zeichnung: Architekturbüro Hammesfahr und Niederhommert
Neues Rathaus im Herzen der Stadt: Der Entwurf von Hanns-Jürgen Hammesfahr sieht neue Grünbereiche mit zahlreichen Baumanpflanzungen sowie zusätzliche Wege in direkter Marktplatznähe vor. (© Zeichnung: Architekturbüro Hammesfahr und Niederhommert)

Lage. Nach monatelangem Stillstand überschlagen sich in Sachen Innenstadtentwicklung nun die Ereignisse. Das Architekturbüro Hammesfahr und Niederhommert legt Pläne für ein neues Rathaus vor.

Der niederländische Projektentwickler Ten Brinke sucht immer noch einen Ankermieter für den Bau eines neuen City-Centers – bisher erfolglos. Darauf haben wie berichtet vier Lagenser Unternehmer reagiert und Neubaupläne für Wohn- und Geschäftshäuser am Marktplatz vorgestellt. Wesentliche Elemente der stilprägenden Häuser würden erhalten bleiben.
Scheitern die Pläne von Ten Brinke bis zum Auslaufen der mit der Stadt vereinbarten Frist am 31. Januar nächsten Jahres, könnte die Stadt den „Plan B“ realisieren: Sie kauft das alte City-Center selbst und entwickelt es. Und genau da setzt der Vorschlag von Architekt Hanns-Jürgen Hammesfahr in modifizierter Form an.

Den vorderen Teil des alten City-Centers am Marktplatz will er abreißen, die restlichen zwei Drittel des Komplexes zweigeschossig zu einem neuen Rathaus nach den Prinzipien des Passivhausstandards umbauen. In Teilbereichen könnte ein drittes Geschoss aufgesattelt werden. „Auf einer Grundfläche von über 2.400 Quadratmetern könnte ein neues Gebäude für die Verwaltung entstehen“, unterstrich der Diplom-Ingenieur. Die Nettogeschossfläche würde 4.200 und die Bruttogeschossfläche 4.850 Quadratmeter betragen. „Damit befinden wir uns fast auf dem Niveau der von der Verwaltung für die Unterbringung ihrer Mitarbeiter geforderten Größe,“ sagte Hammesfahr.

Nach dem Abriss des vorderen Teils des City-Centers soll hier eine
Grünfläche entstehen, die Hammesfahr „Rathaus-Park“ nennt. Besser erreichbar würden dadurch auch das benachbarte Bürgerhaus und das Stadtarchiv am Clara-Ernst-Platz.
Die Planung biete auch die Möglichkeit, den sich derzeit als „Asphaltwüste“ darstellenden City-Center-Parkplatz entscheidend umzugestalten. Der Architekt wertet alle die in dieser Woche vorgestellten neuen Pläne als Beitrag zum Schutz bestehender Geschäfte.

Der "Plan B" rückt immer näher
Noch bis zu 31. Januar ist das City-Center für die Stadt reserviert. Findet Ten Brinke bis zu diesem Zeitpunkt keinen Ankermieter, kann der Rat als „Plan B“ beschließen, dass die Stadt das City-Center kauft und selbst entwickelt. Außerdem könnten dann „Karbach-Haus“, ehemaliges „Hotel Freitag“ und „Haus Klamp“ für 650.000 Euro erworben werden. Eine weitere Alternative wäre: Die Stadt kauft den Komplex nicht und überlässt ihn dem Insolvenzverwalter und damit einer freien Vermarktung. Damit würde die Stadt aber jeden Einfluss auf die Nutzung verlieren. Über den Projektstand wird im Haupt- und Finanzausschuss am 11. Dezember berichtet. Beginn ist um 18 Uhr in der Aula am Werreanger.

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