Experten geben Tipps für Kauf von Pedelecs

Patrick Bockwinkel

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Pedelec (© Bernhard Preuss)

Lage. Nicht für Radtour-Fans, auch für Firmen und Kommunen scheinen Pedelecs interessant zu sein. Die Stadt Lage will, wie berichtet, mehrere Elektrofahrräder für ihre Mitarbeiter anschaffen. Die LZ fragte Experten, was bei einem Kauf zu beachten ist.

Ob für ausgiebige Touren, den Transport von Lasten oder die Fahrt durchs Gelände: Pedelecs sind inzwischen für die verschiedensten Anforderungen geeignet und konzipiert. Entsprechend groß ist die Bandbreite, die Händler und Hersteller anbieten. Auf was beim Kauf zu achten ist, erklären Tobias Hempelmann, Chef des Zweirad-Fachhandels „Lippe-Bikes“ in Lage, und Manfred Wiehenkamp, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) in Lippe.

Akku: Der „Tank“ jedes Pedelecs ist der Akku. „Er ist das teuerste Teil an einem Elektrofahrrad, ein guter Akku kostet zwischen 700 und 1000 Euro“, erklärt Manfred Wiehenkamp. Der Akku kann an unterschiedlichen Stellen am Rad befestigt werden. Wiehenkamp rät, sich ein Fahrrad mit einem abnehmbaren Akku anzuschaffen, der den Gepäcktransport nicht behindert. „Ganz wichtig ist die Pflege“, sagt Wiehenkamp. Im Winter sollte der Akku im Trockenen und zwischen 10 und 20 Grad gelagert werden. Alle vier Wochen sollte er für fünf Minuten kurz geladen werden. „Das erhält die Lebensdauer“, erklärt Hempelmann. Bei optimaler Pflege halte ein guter Akku etwa fünf bis sieben Jahre.

Motor: „Er ist das zweitteuerste Stück an einem Pedelec“, sagt Wiehenkamp. Es gibt drei verschiedene Varianten, wobei der Mittelmotor der Gängigste ist. „95 Prozent aller Pedelecs fahren mit Mittelmotor“, weiß Hempelmann. Hier ist der Antrieb in der Mitte des Rades über dem Tretlager angebracht und treibt das Hinterrad über die Kette an. „Der Vorteil ist dabei der niedrige Schwerpunkt und eine optimale Gewichtsverteilung“, sagt Hempelmann. Beim Hinterradantrieb sitzt der Motor in der Hinterradnabe, wodurch das Rad hecklastig wird. „Dieser Antrieb ist eher etwas für sportliche Fahrer, die viele Gänge oder Mountainbikes bevorzugen“, sagt Hempelmann. Als Drittes gibt es den Frontantrieb, wobei der Motor in der Vorderradnabe sitzt. „Diese Variante ist eher in günstigen Rädern zu finden“, sagt Hempelmann. „Wir raten von diesem Antrieb ab, da die Gabel einer hohen Belastung ausgesetzt ist“, sagt Wiehenkamp. Die Motoren seien bis zu 250 Watt zu bekommen. Die 24-Volt-Systeme der ersten und die 36-Volt-Systeme der neueren Generation seien laut Wiehenkamp die gängigsten.

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