Angriff auf Schwimmmeisterin: Detmolder Sinto wehrt sich gegen Verallgemeinerung

Janet König

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- © Wolfgang Becker
Freibad Lage (© Wolfgang Becker)

Lage. Tief betroffen zeigt sich R. Winterstein, Sinto aus Detmold, von den Vorfällen im Lagenser Freibad. Eine Gruppe von Neubürgern aus Bulgarien und Rumänien, die als Sinti und Roma bezeichnet wurde, hatte die Schwimmmeisterin attackiert (+).

Winterstein zeigt sich auch deshalb betroffen, weil Sinti oftmals mit Roma in einem Atemzug genannt würden. „Die Bezeichnung Sinti und Roma stellt eine Verzerrung historischer Prozesse dar. Die deutsche Minderheit der Sinti lebt seit über 600 Jahren in Deutschland", erklärt Winterstein. Dagegen stammten Roma aus Osteuropa.

Sinti und Roma hätten eine jeweils unterschiedliche geschichtliche und linguistische Entwicklung genommen und unterschieden sich darüber hinaus in ihren Werten, Normen und Verhaltensweisen voneinander. „Ob es sich um Sinti oder Roma in Lage handelt, ist nicht leicht feststellbar," so Fachbereichsleiter Zentraler Service und Ordnung, Frank Rayczik. Man müsse die einzelnen Personen fragen, zu welcher Ethnie sie gehören.

Es sei aber sicher, dass die hier lebenden Neubürger in Teilen Roma seien. Im Übrigen erhebe die Stadt nur die Staatsangehörigkeit und keine Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe.

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