Freundin bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt: 29-Jähriger zu langer Haftstrafe verurteilt

Erol Kamisli

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  2. Landgericht Detmold
Symbolbild. - © Pixabay
Symbolbild. (© Pixabay)

Detmold/Lage. Er würgte seine Freundin mit einem Kabel bis zur Bewusstlosigkeit. Hinzu kamen Tritte und Faustschläge ins Gesicht und den Oberkörper. Mehrere Stunden quälte ein 29-Jähriger im Juli 2016 seine Lebensgefährtin. Jetzt wurde der Schrotthändler, der nach der Tat untergetaucht war und erst im August 2018 festgenommen wurde, vom Detmolder Landgericht wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt.

Am ersten Prozesstag hatte die Ex-Freundin unter Tränen im Zeugenstand die dreistündigen Qualen beschrieben: „Er war wie ein Tier. Ich dachte, ich muss sterben." Die dreifache Mutter musste im Zeugenstand gegen den Mann aussagen, in den sie verliebt war und mit dem sie eine Zukunft plante. Menschenverachtend und erschütternd, welche stundenlange Folter sie schilderte. Ende 2015 lebte die heute 23-Jährige mit dem Angeklagten in einer Wohnung an der Stettiner Straße in Lage. „Anfangs war alles gut, doch dann entwickelte er eine krankhafte Eifersucht. Er schlug auf mich ein, wenn ich mit einem anderen Mann redete", sagte die Lagenserin.

Um ihren Frust zu verarbeiten, besuchte sie im Juli 2016 – ohne seine Erlaubnis – eine Detmolder Disko. Bei der Rückkehr gegen 2.30 Uhr habe er sie abgefangen und an den Haaren rund 500 Meter über die Straße in die Wohnung gezerrt. Dort angekommen, habe er sie ins Schlafzimmer gestoßen, ein Dreifach-Verlängerungskabel aus der Wand gezogen und damit auf sie eingeschlagen. „Er legte mir das Kabel um den Hals und zog zu, bis ich bewusstlos war", schilderte sie. Zuletzt habe er sie ins Wohnzimmer gezerrt und ihr in den Mund uriniert. Am nächsten Tag erstattete sie Strafanzeige.

Seine Taten begründete der sechsfache Vater aus Nordmazedonien mit Alkohol- und Drogenproblemen. „Ja, ich habe sie mit dem Kabel geschlagen und will mich dafür entschuldigen ", sagte er in seinem Schlusswort. Aber er habe sie nicht gewürgt und nicht in den Mund uriniert. Doch seine Aussage deckt sich nicht mit ihren Verletzungen. Die Polizei dokumentierte Hämatome am ganzen Körper und Würgemale am Hals. „Wir glauben der Geschädigten", betonte Richter Karsten Niemeyer in der Urteilsbegründung. Der 29-jährige habe seine Freundin stundenlang gequält und keinerlei Mitgefühl gezeigt. Das Gericht habe die Drogen- und Alkoholkonsum des Angeklagten strafmildernd im Urteil berücksichtigt.

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