Es gibt noch Hoffnung in Heiden

Anja Imig

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Daniel Lühr und Dirk Grote leiteten den naturkundlichen Spaziergang durchs Siekbachtal in Lage-Heiden. - © Lippischer Heimatbund
Daniel Lühr und Dirk Grote leiteten den naturkundlichen Spaziergang durchs Siekbachtal in Lage-Heiden. (© Lippischer Heimatbund)

Lage-Heiden. Der Naturkundliche Spaziergang am Siekbachtal in Lage-Heiden des Ortsvereins Lage von Lippischen Heimatbundes war nach Ansicht der Organisatoren ein voller Erfolg. 16 Teilnehmer haben bei bestem Wetter den Ausführungen von Daniel Lühr und Dirk Grote verfolgt. Die Route führte entlang des Siekbaches, der ein Nebengewässer des Ötternbaches ist, durch gewässerbegleitende Wiese, entlang von Getreidefeldern und durch ein Waldgebiet mit vielfältigsten Strukturen. Besonders auf die Vielfältigkeit der Waldstrukturen wies Lühr die Teilnehmer hin.

Nur auf den ersten Blick chaotisch

Eine ehemalige Fichtenfläche, die völlig abgestorben ist und auf ersten Blick chaotisch aussieht, entwickelt sich aus fachlicher Sicht vielfältig neu mit unterschiedlichen Gehölzen und einer Mischung aus Bäumen, die ökologischer und nachhaltiger sind als die Monokulturen, die angepflanzt waren. Konträr dazu standen die Teilnehmer gegen Ende in einem Buchenhochwald. Dort zeigte der Fachmann, dass am Boden kaum Jungaufwuchs vorhanden ist und erklärte das mit der intensiven Beschattung durch die etwa 150 Jahre alten Bäume.

Nur wenige Vogelarten

Dirk Grote hat die Teilnehmern parallel dazu auf die Unterschiede in der Vogelwelt hingewiesen. "Es fehlen in der Ackerflur Bereiche wie z.B. Graswege, die nicht ständig kurz gemäht werden, damit eine Blütenflor entstehen kann, die von Insekten besucht werden können, die wiederum für Vögel Nahrung bieten", erklärte der Fachmann. Auch brauchen Spezialisten, wie der Kiebitz, die Feldlerche oder das Rebhuhn, Bereiche, in denen sie brüten können, die in der heutigen Landschaft kaum mehr zu finden sind. Von daher haben sich Vogelarten etabliert, die anpassungsfähig oder Kulturfolger sind. Auch die Heimatbundler hatten das Gefühl im strukturreichen Wald, dass die Vogelwelt dort noch in Ordnung sei. Der Fachmann klärte auf, dass aber nur wenige „Allerweltsarten" zu hören seien. Hoffnung machte er trotzdem, denn innerhalb von einem Jahrzehnt kann sich die Artenvielfalt erholen, wenn gezielte Maßnahmen ergriffen werden. Am Beispiel des Naturschutzgroßprojektes Senne sei dies bewiesen worden. Land-und Forstwirtschaft, Grundstückseigentümer und Konsumenten müssen wieder bewusst nachhaltiger Handeln, damit sich die Arten erholen können.

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