Die Oldtimer kommen nach Hörste

Astrid Sewing

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Manfred Winkelmann (von links) vom MSC nennt einen Fiat 128 von 1977 sein eigen, Wolfram Meier ist Fan seiner "Amazone". Beide werden bei der Cheruskerfahrt helfen und deshalb nicht mitfahren. Thomas Büker und Tochter Jette hingegen sind dabei - mit einem außergwöhnlichen BMW 3.0. - © Astrid Sewing
Manfred Winkelmann (von links) vom MSC nennt einen Fiat 128 von 1977 sein eigen, Wolfram Meier ist Fan seiner "Amazone". Beide werden bei der Cheruskerfahrt helfen und deshalb nicht mitfahren. Thomas Büker und Tochter Jette hingegen sind dabei - mit einem außergwöhnlichen BMW 3.0. (© Astrid Sewing)

Lage-Hörste. Auch das noch - kurz vor dem Pressegespräch ziehen Wolken auf. Wenn es um Oldtimer geht, dann ist das nicht gerade erwünscht. Wer so einen Schatz hegt, der hält ihn trocken. Was nicht heißt, dass es Garagenzwang gibt. Am Samstag kommen 82 Oldtimer und Youngtimer nach Hörste, denn der MSC-Hermannsdenkmal startet und beendet am Samstag, 27. August, hier die 40. ADAC-Cheruskerfahrt "Klassik".

Für Wolfram Meier begann die Zweisamkeit mit seinem Volvo Amazon, Baujahr 1959, in Lage. "Ich hatte immer ein Faible für dieses Modell und mir einen Oldtimer gekauft", sagt Meier. Aber so ganz zufrieden ist er nicht. Als in Lage die Veranstaltung Musik und Motoren läuft, sieht er "seine Amazone". "Ich bin nach Hause und habe es meiner Frau erzählt und sie hat gesagt: Kauf sie doch." Doch es war zu spät. Es dauerte wieder etwas, als Meier im Motorsportclub hörte, dass der Besitzer nicht ganz so zufrieden war - und der lippische Oldtimerfan machte den Kauf sofort perfekt. "Die andere Amazone habe ich nach Mexiko verkauft", sagt Meier.

Sein wunderschönes Auto glänzt mit Details. Die Schweden verbauten 1959 feste Sicherheitsgurte, der Tacho ist nicht rund, die Nadel wandert von links nach rechts, die Handbremse ist neben dem Fahrersitz an der Tür und unter der Kühlerhaube lässt sich ein Rollo hochziehen. Die Schweden, erklärt Meier, haben die Konstruktion gewählt, damit im Winter nicht zuviel kalte Luft einströmen kann.

Schulung für die Teilnehmer

Bei der Oldtimerrallye am Samstag geht die Amazone nicht an den Start, was sie ohne weiteres könnte. Der Grund ist einfach: Wolfgang Meier ist Mitglied im MSC. "Unsere Mitglieder müssen helfen, das klappt sehr gut", sagt der Vorsitzende des MSC, Uwe Lange. Um die Teilnehmer vorzubereiten, wurde eine Beifahrerschulung organisiert - und 40 Teilnehmer lernten, was es zu beachten gilt. Denn es geht nicht um Geschwindigkeit, sondern um einige Aufgaben, die auf der 145 Kilometer langen Oldtimerausfahrt bewältigt werden müssen.

Der BMW ist liebevoll restauriert worden. Als Thomas Büker ihn gekauft hatte, war im Innenraum vieles muffig. - © Astrid Sewing
Der BMW ist liebevoll restauriert worden. Als Thomas Büker ihn gekauft hatte, war im Innenraum vieles muffig. (© Astrid Sewing)

"Das war richtig gut", sagt Thomas Büker, der mit einer Tochter Jette zu ersten Mal dabei ist - und ein richtiges Prachtstück zeigen wird. Der Maschinenbauingenieur hat einen BMW 3.0 CSI in 1500 Arbeitsstunden restauriert. Kenner wissen, dass dieser Oldtimer einen sechsstelligen Betrag wert ist. Für Thomas Büker ist es ein Lebenstraum gewesen, den BMW, der 1973 gebaut wurde, sein Eigen zu nennen. "Es gab zu der Zeit den Super-Mercedes und BMW wollte dagegen halten. In diesem Fahrzeug ist alles verbaut, was technisch ging", erklärt Büker. Es gibt unter anderem Servolenkung und einen 200 PS starken Motor. Das formschöne Design hat noch Ecken und ist trotzdem unverwechselbar.

Ab 9.31 Uhr geht's auf die Strecke

Dabei war der BMW in einem guten Zustand, als Büker ihn kaufte. "Es war ohnehin schwer, einen zu finden. Dieser war total muffig innen, es war Feuchtigkeit durchgekommen." Sein Fahrzeug ist komplett original - und hat man dann keine Bedenken, ihn überhaupt zu fahren? "Nein, das ist einfach toll und dafür sind die Autos ja gebaut worden." Seine Tochter Jette ist gespannt, wie alles klappen wird. Die Vierzehnjährige wird als Beifahrer unter anderem mit einer Karte spezielle Wege finden müssen. Vater und Tochter sind sich sicher, dass sie gut harmonieren werden. "Das macht einfach Spaß", sagen beide.

Am Hörster Krug werden sie mit der Startnummer 17 - zufällig auch auf dem Nummernschild zu finden - losfahren. Der erste Teilnehmer wird am Samstag um 9.31 Uhr auf die Strecke gehen, 81 folgen. Die Aufgaben sind in zwei Gruppen unterschiedlich, es gibt die touristische und die sportliche Ausrichtung. Zwischendurch wird an Stationen kontrolliert und abgestempelt. Es soll in erster Linie Spaß machen, sagt der Vorsitzende. Dass sie in Hörste dieses Mal Start und Ziel haben, habe mit organisatorischen Problemen zu tun, denn traditionell ist der Hermann Fixpunkt. Und das Ende wird um einen Abstecher zum Kussler Ball am Abend verlängert.

In Hörste jedenfalls gibt es Sonderregelungen für das Parken. Die Stadt hat es möglich gemacht und auch einige Anwohner haben Flächen zur Verfügung gestellt. Was es zu sehen gibt, ist einzigartig. MSC-Fahrtleiter Thomas Kemmler hat den Überblick: "Das älteste Fahrzeug ist ein BMW aus der Vorkriegszeit, aber es sind viele Marken vertreten."

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