Hörste bewährt sich bei der Cheruskerfahrt

Astrid Sewing

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Der Parkplatz vor dem Hörster Krug füllte sich am Nachmittag - und die Gelegenheit nutzten einige Gäste, um mit den Eigentümern der Oldtimer ins Gespräch zu kommen. Anwohner hatten übrigens ebenfalls Parkflächen zur Verfügung gestellt. - © Astrid Sewing
Der Parkplatz vor dem Hörster Krug füllte sich am Nachmittag - und die Gelegenheit nutzten einige Gäste, um mit den Eigentümern der Oldtimer ins Gespräch zu kommen. Anwohner hatten übrigens ebenfalls Parkflächen zur Verfügung gestellt. (© Astrid Sewing)

Lage-Hörste. 82 Fahrzeuge starteten am Samstag im Minutentakt in Hörste. Alles klappte reibungslos, einzig der Parkraum war knapp. Laut Fahrtleiter Thomas Kemmler gab es aber sehr viel Lob von den Teilnehmern. "Dass wir diesmal eine andere Tour angeboten haben, kam sehr gut an."

Der MSC Hermannsdenkmal organisierte die Rallye, die sportlich oder auch touristisch ausgelegt war. Im Mittelpunkt standen die Oldtimer, die zum Teil auch spannende Geschichten haben. So war der BMW 327, Baujahr 1938, stetig umlagert, nachdem die Fahrzeuge nachmittags wieder in Hörste angekommen waren. Wolfgang Blindow und seine Frau Regina gaben gerne Auskunft.

Ehemaliges Botschaftsfahrzeug ist flott unterwegs

Das Fahrzeug war von der Luftwaffe in Berlin nach London zur deutschen Botschaft geliefert worden. "Die Blinker vorne, der rechte Außenspiegel - daran sieht man, dass er für die andere Straßenseite umgerüstet worden ist", sagt Wolfgang Blindow. Der BMW ist flott unterwegs, 80, 90 Sachen schafft er - "und er ist spritzig und wird von anderen Verkehrsteilnehmern oft unterschätzt", ergänzt seine Frau Regina.

Alle einmal halten: Alexander Büker saß am Tisch und gab die Bögen aus, Michelle Büker reichte sie an die Oldtimerfahrer weiter. Denn von hier aus ging es weiter zum Kussler Ball. - © Astrid Sewing
Alle einmal halten: Alexander Büker saß am Tisch und gab die Bögen aus, Michelle Büker reichte sie an die Oldtimerfahrer weiter. Denn von hier aus ging es weiter zum Kussler Ball. (© Astrid Sewing)

Das Paar kennt Lippe sehr gut, Regina Blindow hat Innenarchitektur in Detmold studiert, ihr Mann ist früher "täglich über die Gauseköte zu seinem Arbeitgeber Nixdorf gefahren." Heute leben sie in Eckernförde, den Oldtimer nehmen sie auf einem Trailer mit. Zum Einsatz kommt er nur für die Ausfahrt. Im Lack sind kleinere Blessuren erkennbar, aber das stört den Oldtimerfan nicht. "Ich mag es, wenn die Fahrzeuge original belassen sind und Patina haben." Der Maschinenbauingenieur ist Oldtimergutachter und Sammler.

Auf dem Sofa von Oldtimern umringt

Und während Briefmarkenalben gut unterzubringen sind, sind Oldtimer schon eine ganz andere Nummer. Während Blindow erzählt, was er noch so an alten Schätzen hat, denk t man unwillkürlich an Scheunen oder riesige Hallen. Doch weit gefehlt: Die Innenarchitektin hat am Nord-Ostseekanal ein Haus entworfen, in dem die Oldtimer quasi im Wohnzimmer stehen, inklusive Hebebühne. "Sie stehen rechts und links, in der Mitte ist unser Wohnzimmer, wir leben mit ihnen", erklärt der Maschinenbauingenieur.

Das Paar fährt gerne Rallyes. In Lippe hat es einen besonderen Charme, und auch Neulinge wie Thomas Büker, der mit seinem BMW 3.0 zum ersten Mal dabei war, hat es Spaß gemacht. "Einen Platz vorne haben wir sicher nicht geschafft, aber das ist auch nicht wichtig", sagt Büker, der mit seiner Tochter Jette (14) gestartet war.

Ein Blick unter die Motorhaube und schon gibt es reiclich Gespärchsstoff. Wolfgang Blindow (rechts) stellte seinen BMW gerne vor. Das Fahrzeug Baujahr 1938 hat eine interessante Technik und eine spannende Geschichte. - © Astrid Sewing
Ein Blick unter die Motorhaube und schon gibt es reiclich Gespärchsstoff. Wolfgang Blindow (rechts) stellte seinen BMW gerne vor. Das Fahrzeug Baujahr 1938 hat eine interessante Technik und eine spannende Geschichte. (© Astrid Sewing)

Und während im Hörster Krug fleißig die Bordkarten ausgewertet werden, fahren vor der Gaststätte die Oldtimer noch einmal vor. Es ist noch eine Station aufgebaut. Alle Teilnehmer starten nach der eigentlichen Tour noch einmal von hier aus in Richtung Kussler Ball.

Und könnte Hörste fester Start- und Zielpunkt für die Cheruskerfahrt "Klassik" werden? Thomas Kemmler will das nicht ausschließen. Allerdings müsse man dann das Parkproblem noch einmal überdenken. "Es war schon sehr voll und normalerweise starten um die 100 Fahrzeuge."

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