Lage übernimmt die komplette Kontrolle

Deutsche Bahn baut im Bahnhofsbereich neues Stellwerk für ganz Ostwestfalen-Lippe

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Neues Stellwerk 

wird gebaut - © Lage
Neues Stellwerk wird gebaut (© Lage)

Lage (be). Sieht aus wie ein großer Bungalow, ist aber nicht so gemütlich: die Elektronische Stellwerk-Zentrale (ESTW-Z), die die Deutsche Bahn AG auf ihrem Gelände im Bahnhofsbereich errichten will. Zuzüglich der erforderlichen Nebenanlagen lässt sich die Bahn dieses Projekt rund vier Millionen Euro kosten.

Fachgruppenleiter Tiefbau Wilfried Offermann stellte die Pläne in der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses vor. Von der Zuckerstadt aus wird nach Fertigstellung die Signaltechnik der Bahnhöfe Quelle, Steinhagen und Halle zusammen mit weiteren Strecken gesteuert. "Der Neubau unmittelbar nördlich des Bahnübergangs Heidensche Straße dient der Steuerung des Zugverkehrs in ganz Ostwestfalen-Lippe. Im ersten Schritt wird aus Lage die Strecke des Haller Willem Brackwede-Dissen-Bad Rothenfelde gesteuert", ergänzte Dirk Pohlmann von der Abteilung Kommunikation des Bahn-Regionalbüros Nordrhein-Westfalen.

Unweit der Heidenschen Straße baut die Deutsche Bahn gegenüber vom Marktkauf und der Zuckerfabrik ein neues elektronisches Stellwerk.
Unweit der Heidenschen Straße baut die Deutsche Bahn gegenüber vom Marktkauf und der Zuckerfabrik ein neues elektronisches Stellwerk. (© Foto: Becker)

Bei dem Neubau handelt es sich um ein "Modulgebäude", das in Massivbauweise, zum Teil mit Fertigteilen, errichtet wird. Seine Länge beträgt 21 Meter, seine Breite neun Meter und seine Höhe 3,80 Meter. Der Baubeginn ist für das erste Quartal des neuen Jahres vorgesehen. Ihre Arbeit soll die Elektronische Stellwerk-Zen­trale dann zum Sommer 2012 aufnehmen. Änderungen an der bestehenden eingleisigen, elektrifizierten Strecke 2980 (Herford-Himmighausen) sind nicht vorgesehen. Die im Bereich des Stellwerks vorhandenen und nicht mehr betriebenen Gleisanlagen werden abgebaut.

Nach den Worten von Wilfried Offermann sind die Auswirkungen auf die Umwelt durch die geringe Eingriffsflächen der Baumaßnahmen sowie die bestehende Vorbelastung infolge des Straßen- und Schienenverkehrs als gering einzustufen. "Demzufolge ist als Ergebnis der Umwelterklärung eine Umweltverträglichkeitsprüfung nicht zu erwarten," sagte der Fachgruppen­leiter. Für das Projekt werde keine Landschaftspflegerische Begleitplanung benötigt. Die Eingriffe in Natur und Landschaft sollen durch die Zahlung eines Ersatzgeldes kompensiert werden. Dass die Verwaltung keinerlei Bedenken gegenüber dem Projekt hat, konnte die Deutsche Bahn AG bereits in Vorgesprächen klären.

Bis der Bahnübergang an der Eichenallee mit neuen Schranken ausgestattet wird, geht noch ein Jahr ins Land, berichtete Bahnsprecher Pohlmann auf LZ-Anfrage. Der Austausch maroder Technik sei komplizierter als gedacht.

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