Lagenser Unternehmer darf sich nun Senator nennen

Europäischer Wirtschaftssenat beruft ernd-Hartmut Paulsen

Von Dieter Asbrock

Bernd-Hartmut Paulsen. - © Foto: Asbrock
Bernd-Hartmut Paulsen. (© Foto: Asbrock)

Lage. Bernd-Hartmut Paulsen, geschäftsführender Gesellschafter der Service & Print Group Haberbeck, ist Europäischer Wirtschaftssenator. Eine Ehre, die hohe Kompetenz ausdrückt – und die ist in der Politik gefragt.

Denn dem Europäischen Wirtschaftssenat (EWS) kann man nicht einfach beitreten. Man wird zum Senator berufen, wenn man vom EWS für würdig befunden wird. "In diese Situation zu kommen, ist schon ungewöhnlich", kommentiert Paulsen seine Berufung. "Ich habe mich darüber riesig gefreut."

Der EWS ist eine internationale, überparteiliche und Branchen übergreifende Organisation erfolgreicher Unternehmer und Persönlichkeiten. Sie sieht ihre Aufgabe darin, die Politik angesichts der Herausforderungen der Globalisierung zu beraten und Reformen anzustoßen. Zu diesem Zweck sucht sie gezielt den besten Kopf jedes Wirtschaftszweiges aus. "Da werden Sie vorab gewissenhaft durchleuchtet", so Paulsen.

Der Titel "Europäischer Wirtschaftssenator" ist damit auch eine Auszeichnung für eine herausragende unternehmerische Leistung. Die wurde von Dr. Ingo Friedrich, EWS-Präsident, bei der offiziellen Urkundenverleihung auf der Burg Blomberg auch entsprechend gewürdigt. Zahlreiche Auszeichnungen, Innovationen und Medien-Awards habe der in Lippe verwurzelte, gebürtige Hanseat Paulsen, Geschäftsführender Gesellschafter der Service & Print Group Haberbeck, bereits abgeräumt, sagte Friedrichs. Und bei aller Bescheidenheit lässt Paulsen im Gespräch mit der LZ einen gewissen Stolz darüber durchschimmern.

"Wir haben uns vor fünf Jahren neu aufgestellt", erklärt er. "Unser Slogan lautet: Wir drucken auch." Aber eben nicht nur. Allein Drucker zu sein, reiche heutzutage nicht. Man habe 80.000 Kunden, für die man pro Jahr 120.000 Individualprodukte herstelle, in Druckauflagen von 1 Exemplar bis 20 Millionen Stück, mit eigenem System, eigener Logistik, eigener IT.

In der sinnvollen Verknüpfung von Print, Internet, Internationalität und IT-Technik liegt für Paulsen die Zukunft. Gern stellt er Teams aus verschiedenen Abteilungen zusammen und lässt sie weltweit Probleme lösen. Das erweitert den Horizont der Mitarbeiter, die die Zukunft des Unternehmens sind. "Wir investieren viel mehr in Gedanken und Software als in Hardware", so Paulsen. "Maschinen kann jeder kaufen. Aber die Menschen sind das Wichtigste."

Diese Ansicht leitet auch sein gesellschaftliches Engagement. Auch wenn der Hanseat Paulsen das mit nordischer Bescheidenheit als eine nicht weiter erwähnenswerte Selbstverständlichkeit abtut, war es für den EWS doch ein wichtiges Kriterium. Sozial schwache Kinder und Jugendliche mit der "Huckepack"-Stiftung auf ihrem Bildungsweg zu unterstützen oder zusammen mit dem Naturschutzbund die Bega-Auen zu rekultivieren und damit den Lebensraum des Eisvogels zu schützen, rechnet der EWS dem Unternehmer Paulsen hoch an.

Dass die Ehre, sich Senator nennen zu dürfen, auch Verpflichtungen mit sich bringt, dessen ist sich Bernd-Hartmut Paulsen bewusst. Er wird in naher Zukunft viel für den Europäischen Wirtschaftssenat unterwegs sein und fachspezifische Vorträge halten – nicht nur in Berlin, wo der Rat der EWS-Senatoren geschätzt wird, sondern europaweit. Er nimmt die Aufgabe ernst. Als Leiter eines global agierenden Unternehmens weiß Paulsen: "Ohne Europa können wir nicht leben - schon gar nicht wir Deutschen."

Experten und Mittler

Der EWS – so wird der Europäische Wirtschaftssenat abgekürzt – ist ein überparteiliches und branchenübergreifendes Gremium europäischer Unternehmen und Persönlichkeiten, das politischen Entscheidungsträgern beratend zur Seite zu steht (Quelle: Wikipedia). Er ist in sechs EU-Ländern vertreten und wurde 2003 gegründet. Der EWS vertritt im Sinne eines "ehrbaren Kaufmanns" die Interessen seiner Mitglieder auf EU-Ebene und versteht sich als Expertengremium und Mittler zwischen Politik und Wirtschaft in Europa.

"Wir nehmen Stellung zu aktuellen Themen, erarbeiten Lösungen zu Veränderungen und Herausforderungen, die in nie zuvor gekannter Geschwindigkeit auf uns zukommen und setzen uns ein gegen alle Bestrebungen aus der Politik, mehr und mehr Einflusses auf Unternehmensentscheidungen zu nehmen", heißt es in den EWS-Leitlinien.

Prominente Mitglieder sind Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube, der luxemburgische Premierminister und Chef der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, und Roland Koch, ehemaliger hessischer Ministerpräsident und Vorstandsvorsitzender des deutschen Baukonzerns Bilfinger-Berger. Mehr unter http://eu-wirtschaftssenat.eu

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2018
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.