Parkplatz an der „Bleiche“ wird nur wenig genutzt

Thomas Reineke

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Auf der Bastion: Hinweistafeln erklären den Zweck des massiven Baus in Nachbarschaft des Parkplatzes an der "Bleiche". Dieser wird meistens nur zu einem Bruchteil genutzt. - © Reineke
Auf der Bastion: Hinweistafeln erklären den Zweck des massiven Baus in Nachbarschaft des Parkplatzes an der "Bleiche". Dieser wird meistens nur zu einem Bruchteil genutzt. (© Reineke)

Lemgo. Auch die jüngste Gebührensenkung lockt die Autofahrer nicht in Scharen an. Der Parkplatz „Bleiche“ bleibt zu 
weiten Teilen ungenutzt. Im Rathaus gibt es erste Ansätze, neu über das Areal am Wall nachzudenken. Und „Alt Lemgo“ wäre dabei.

Für Markus Baier, Geschäftsgebietsleiter „Stadtplanung und Bauen“, wird der Parkplatz ebenfalls „gefühlt schlecht genutzt“. Er könnte sich daher vorstellen, das Grundstück wenigstens in Teilen neu zu gestalten und die Bastionsanlage besser in Szene zu setzen. „Dafür bräuchten wir aber sicher Städtebaufördermittel“, sagt Baier angesichts der Haushaltslage der Stadt.

Dr. Hans-Otto Pollmann, stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Alt Lemgo“, findet die Idee, „mehr“ aus der Festungsanlage am Wall zu machen, verlockend. Der Archäologe könnte sich beispielsweise vorstellen, dass der Wassergraben vor der meterhohen Mauer erweitert wird. „Der dürfte früher viel breiter gewesen sein.“ Außerdem wäre bei einer weiteren Rekonstruktion der Verteidigungsanlage ein Wassergraben entlang des Walls bis zur Fußgängerampel an der Regenstorstraße wünschenswert. Ebenso wie eine kleine Mauer. Der Hintergrund: In Höhe der heutigen Regenstorstraße befand sich früher ein Stadttor. Pollmann geht davon aus, dass die Anlage mit einer Mauer mit dem Eingang verbunden war.

Die ursprüngliche Bastion (siehe Infokasten) war nur unwesentlich höher als heute, sagt Pollmann. Er geht davon aus, dass das Rondell mit einer höheren Mauer mit Zinnen geschützt war, hinter denen sich die Musketen-Schützen oder Kanoniere verschanzten. Die vorgelagerte Bastion hatte den Zweck, Feinde erst gar nicht bis zur dahinter befindlichen Stadtmauer vordringen zu lassen. „Die war mit Kanonen schnell sturmreif geschossen“, so Pollmann. Nicht so die Bastion: Trafen Kanonenkugeln den „Bauch“ des Rondells, mögen auch einige Steine kaputt gegangen sein. Zum Einsturz brachten Kugeln die Bastion nicht, da das Erdreich im Inneren die Wucht des Einschlags dämmte.

Noch bis Anfang vorigen Jahres kostete das Parken an der „Bleiche“ für die ersten 60 Minuten 1 Euro und jede weitere Stunde 50 Cent. Seit dem 1. Mai wird für das Abstellen eines Autos in den ersten vier Stunden 1 Euro berechnet, für bis zu acht Stunden sind es 1,50 Euro. Der Dauerparkausweis kostet 20 Euro im Monat. Für Monika Römer von der Verwaltung hat sich die Umstellung bewährt. Davor habe die Stadt „so gut wie nichts“ an der „Bleiche“ eingenommen. Seit Mai 2014 seien es immerhin im Durchschnitt 500 Euro im Monat. Das sei mehr, als sie sich selbst erhofft habe. „Ich bin von 1500 Euro im Jahr ausgegangen.“

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