LZ-Aktion Kinder-Uni: Vorlesung zur Sprache begeistert Nachwuchs

Mehr als 80 Teilnehmer an der Hochschule OWL

Erol Kamisli

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Stammgast: Jan-Luca hat keine Vorlesung der LZ-Kinderuni
verpasst. Er war auch in der Hochschule in Lemgo. - © Mausch
Stammgast: Jan-Luca hat keine Vorlesung der LZ-Kinderuni verpasst. Er war auch in der Hochschule in Lemgo. (© Mausch)

Lemgo. Auf dem Tisch liegen Zettel mit sechs Quizfragen und daneben Kugelschreiber, um die Fragen zu beantworten. Eines von vielen Mitmach-Angeboten für die mehr 80 als Teilnehmer der Kinder-Uni im Alter von 10 bis 12 Jahren. Strahlende Gesichter große Augen und lautes Klopfen auf die Holztische im Hörsaal der Hochschule OWL in Lemgo.

Zustimmung pur für Prof. Elvira Topalovic und Dr. Benjamin Uhl vom Fachbereich Germanistik der Universität Paderborn nach einer Stunde Vorlesung – ihr Thema: „Warum sprechen Menschen?“ Während der sechsten Vorlesung im Rahmen der Kinder-Uni von Lippischer Landes-Zeitung, Hochschule OWL, Fachhochschule des Mittelstands, Lippe Bildung eG und Phoenix Contact hörten ihnen allerdings keine Germanistik- Studenten zu.

Gekommen waren mehr als 80 Nachwuchs-Akademiker im Alter von zehn bis zwölf Jahren. Eine von ihnen ist Madlen Schmidtmeier aus Bad Salzuflen. Sie besucht die Grundschule und weiß schon, was sie später werden möchte: Reiseleiterin. „Sprachen und Reisen interessieren mich einfach sehr“, sagt sie. Zwei Reihen vor ihr sitzt Ben Schmalter aus Lemgo. „Die letzte Vorlesung habe ich verpasst, aber diese wollte ich unbedingt besuchen“, sagt der Elfjährige. Ein Berufsziel hat er noch nicht: „Vielleicht Astronaut oder Tierpfleger.“ Viel interessanter findet er die Affen- und Bienenporträts, die Prof. Topalovic und Dr. Uhl über einen Projektor an die Hörsaalwand werfen. „Wir haben selten so junge Studenten in den Vorlesungen und Seminaren“, sagt die Hochschullehrerin, die Germanistische Sprachdidaktik lehrt.

Das Duo von der Uni Paderborn teilt sein Wissen nicht nur mit den Kleinen, sondern bindet sie gleich in die Veranstaltung mit ein. Dabei steht das Thema „Warum sprechen Menschen und wie kommen sie dazu?“ im Mittelpunkt. „Die Frage ist so schwer, dass es bis heute keine einfache Antwort gibt – aber spannende Erklärungsversuche“, sagt Dr.Uhl. Da gehe es nicht nur um Menschen, sondern auch um Affen und Bienen, um Sprechen, Gebärden, und Teilen, Denken und sogar um Sprache in der Kunst. „Affen und Bienen sind sehr intelligent, aber sie können im Gegensatz zu Menschen keine Gefühle ausdrücken oder gemeinsame Pläne oder Absichten formulieren“, sagt Prof. Topalovic.

Zudem gibt es für die Teilnehmer Nachhilfe in Gebärdensprache – Bernd Joachim von der Hörbehindertenberatung und Inga Hochartz kommunizierten mit Händen, Armen und Gesicht. „Es war super, die haben alles ganz toll erklärt“, sagt Alina Stunzer aus Horn-Bad Meinberg, und ihre Freundin Jule nickt. Beide wollen die nächste Vorlesung zum Thema „Warum werden Blitze gemessen“ bei Phoenix Contact in Blomberg auf keinen Fall verpassen. „Die Eltern, die uns fahren, sind schon organisiert“, sagt Jule.

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