Mehr als 60 Lemgoer stellen ihre Handwagen vor

Ausstellung und Aktion zum „Kleinen Lemgoer“ anlässlich der Hansetage geplant

Tanja Watermann

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Bernd Rossmann (3. von links) und der Chef des Hexenbürgermeistermuseums, Jürgen Scheffler (5. von rechts), bereiten mit weiteren engagierten Besitzern eines „Kleinen Lemgoers“ die Ausstellung im Hexenbürgermeisterhaus im Juni 2015 vor. Auch die einst beliebten Aufgrabestuten werden ein „Revival“ erleben. - © Tanja Watermann
Bernd Rossmann (3. von links) und der Chef des Hexenbürgermeistermuseums, Jürgen Scheffler (5. von rechts), bereiten mit weiteren engagierten Besitzern eines „Kleinen Lemgoers“ die Ausstellung im Hexenbürgermeisterhaus im Juni 2015 vor. Auch die einst beliebten Aufgrabestuten werden ein „Revival“ erleben. (© Tanja Watermann)

Lemgo. Nach dem Aufruf in der Lippischen Landes-Zeitung haben sich mehr als 60 Lemgoer gemeldet, die noch einen „Kleinen Lemgoer“ besitzen. Eine Ausstellung zum Handwagen nimmt Formen an.

Für Bernd Rossmann ist der „Kleine Lemgoer“ eine Kindheitserinnerung. Nachdem er einen der alten Handwagen in Bünde fand (die LZ berichtete) suchte er weitere „Gefährten“. Auf den LZ-Aufruf haben sich inzwischen mehr als 60 Besitzer eines historischen „Kleinen Lemgoers“ gemeldet. Einige hatten sogar den großen Bruder noch eingestaubt auf dem Dachboden.

Inspiriert durch die Resonanz plant Rossmann mit weiteren Fans jetzt eine Ausstellung im Rahmen der Hansetage am 27. und 28. Juni. Jürgen Scheffler, Museumsleiter Hexenbürgermeisterhaus, war sofort begeistert. Für zwei Wochen werden die Handwagen zusammen mit ihrer individuellen Geschichte und einem Typenschild im Garten des Museums präsentiert.

Auch Sonja Allington stieg nach dem Bericht auf den Stallboden, wo seit 1978 einer der Kultwagen völlig verstaubt sein Dasein fristete. „Da der Dachboden schon ziemlich morsch ist, war es kein leichtes Unterfangen den ’Kleinen Lemgoer’ zu retten. Damals war er unsere Kutsche. Wir haben die Ernte damit vom Feld geholt“, erinnert sich die Lemgoerin.

Für die Planungen haben sich zwölf Bürger in der Walkenmühle getroffen. Tipps zum schonenden Restaurieren wurden bereits ausgetauscht. Man schwelgte in Erinnerungen. Sie sind es, die Rossmann im Juni präsentieren möchte. Im Zuge der Ausstellung gibt es ein weiteres Wiedersehen mit einem „alten Bekannten“. Früher stärkten sich die Lemgoer nach der Kartoffelernte mit den sogenannten „Aufgrabestuten“, einer Art dickem Brötchen aus Hefegebäck, das – mit Hagelzucker und Rosinen bestückt – verlorene Energie zurückbringen sollte. Es war gute Tradition diese Stuten zusammen mit einem Kaffee im „Alten Lemgoer“ zum Feld zu bringen.

Biobäcker Jörg Meffert wird 500 Stück für die Hansetage nach Original-Rezept von „Alt Lemgo“ backen; und Kinder werden mit den Stuten im Handwagen durch die Stadt ziehen und diese gegen Spende abgeben. Bernd Rossmann bittet Bürger, sich mit weiteren Fundstücken, alten Fotos und vor allem Geschichten zum „Kleinen Lemgoer“ bei ihm unter (0171) 2929725 oder bero11@unitybox.de zu melden. Auch ein Beitritt in der Facebookgruppe „Der kleine Lemgoer“ ist möglich.

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