Windpocken in der Notunterkunft: Betroffener und Kontaktpersonen verlegt

Till Brand

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Impfung (© Symbolbild DPA)

Update:
Der am Donnerstag gemeldete Windpockenfall in der Anne-Frank-Schule und die Kontaktpersonen sind laut DRK in eine andere Einrichtung außerhalb der Kommune verlegt worden, da sie dort aufgrund der räumlichen Situation besser betreut werden können.

Die entsprechenden Räumlichkeiten in der ehemaligen Anne-Frank-Schule werden desinfiziert und sind danach wieder frei verfügbar.

Lemgo. In Kindergärten grassieren sie immer wieder. Jetzt hat es die Flüchtlingsunterkunft in der Anne-Frank-Schule erwischt: Windpocken. Gestern ordnete das Gesundheitsamt des Kreises die Impfung aller dort untergebrachten Asylbewerber an, die keinen Immunschutz haben.

Nach Angaben von Stadtsprecher Karl-Heinz Mense ist die Kinderkrankheit, die aber auch Erwachsene erwischen kann, bislang nur bei einem Flüchtling diagnostiziert worden. Dieser sei allein in einem Raum untergebracht worden, um die Ansteckungsgefahr möglichst gering zu halten. Denn, so Dr. Helmut Günther: „Windpocken haben ihren Namen nicht umsonst – sie sind hoch ansteckend.“ Gleichwohl rechnet der Amtsarzt des Kreises Lippe, den die Stadt Lemgo eingeschaltet hat, nicht mit einer Epidemie in der Notunterkunft. „Auch im Ausland haben die meisten Menschen bis zum Erwachsenenalter Windpocken durchgemacht und sind hierdurch immun“, bekräftigt der Mediziner. In Deutschland gelte dies beispielsweise für etwa 95 Prozent der Erwachsenen.

Für den Erkrankten gilt nun eine 14-tägige Verlegungssperre, die er mindestens in der Lemgoer Notunterkunft bleiben muss. Aushänge an den Türen weisen darauf hin, dass nicht geimpfte Personen, die auch noch keine Windpocken hatten, die Anne-Frank-Schule nicht betreten sollten. Beispielsweise gilt dies für Babys, die noch nicht geimpft wurden. Laut Dr. Helmut Günther sollten die Flüchtlinge auf einem Weg auch gegen Mumps und Röteln geimpft werden.

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