Schüler der Heinrich-Drake-Hauptschule leiten Kinder als Stadtführer durch Lemgo

Mathias Vehrkamp

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Besondere Stadtführung: Julian Maier, Marius Gößling und Patricia Meier erklären Maleen, Lotta und Mika (von links) den Gedenkstein für Maria Rampendahl. - © Reinhold Sölter
Besondere Stadtführung: Julian Maier, Marius Gößling und Patricia Meier erklären Maleen, Lotta und Mika (von links) den Gedenkstein für Maria Rampendahl. (© Reinhold Sölter)

Lemgo. Stadtgeschichte - das ist doch was für Ältere. Schüler der Heinrich-Drake-Hauptschule sehen das anders: Sie haben sich intensiv mit der Historie ihrer Heimatstadt beschäftigt. Herausgekommen ist eine Stadtführung für Kinder und Jugendliche. Der Rundgang hat jetzt Premiere gehabt.

Spannung und freudige Erwartung sind spürbar, als sechs Hauptschüler zwischen 14 und 17 Jahren mit zwei Gruppen aufbrechen, zu ihrer ersten Stadtführung durch Lemgo. Die Aktion ist Teil der Ferienspiele des Kinderschutzbundes. Ungefähr 30 Kinder und ihre Eltern lassen sich zum Auftakt von Patricia Meier, Gina Pape, Franziska Sprute, Sarah Zubek, Marius Gößling und Julian Maier – alle in extra angefertigten „Stadtführer“-T-Shirts – leiten. Eine von zwei Gruppen macht sich auf Richtung Lindenwall: „Bitte folgen Sie uns, zunächst geht es in den Abteigarten.“ Dort ist der erste Stopp.

Die 14-jährige Patricia zeigt auf die Mauer zwischen den Spielfeldern und dem Wall: „Viele denken, das sei ein Teil der alten Stadtmauer. Doch das stimmt nicht. Graf Ludwig und seine Gemahlin Anna haben die Mauer ziehen lassen, um im Abteigarten ungestört spazieren gehen und die schöne Umgebung genießen zu können.“

Den Stadtrundgang haben die Schüler in einer Hauptschul-AG erarbeitet. Unterstützt wurden sie dabei von Schulsozialarbeiterin Uta Niehaus und Stadtführerin Liesel Kochsiek-Jakobfeuerborn.

Weiter geht’s zum Denkmal für „Hans den Schönen“ an der Westseite des Gartens. Als Lotta, Maleen und Mika – drei Kinder, die an der Führung teilnehmen – erfahren, dass es sich bei dem schönen Hans um einen zahmen Kranich-Vogel handelt, dem zu Ehren Graf Ludwig das Denkmal hatte errichten lassen, staunen sie.

Es bleibt interessant. Etwa in der Neustadt an der Marienkirche. Normalerweise gehört es sich ja nicht, an einer Kirche die Zunge herauszustrecken, doch: „Oben am Kirchgebäude befindet sich ein steinernes Gesicht, das seine Zunge heraushängen lässt. Der Zweck: Früher wollten die Menschen so die bösen Geister vertreiben“, erläutert Marius (15).

Auch am Drake-Geburtshaus in der Breiten Straße, am Marktplatz („Die Lemgoer Wappen-Rose ist blau – nicht rot wie die lippische“) oder an den Baudenkmälern in der Mittelstraße erzählen die jugendlichen Stadtführer jede Menge Wissenswertes. Weitere Stadtführungen für Kinder und Jugendliche sind geplant.

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