Beim Kanin-Hop auf dem Waisenhausplatz zählt auch der Charakter

Züchterin Hannelore Kruse aus Extertal hat mit „Herkules“ ein besonders begabtes Kaninchen am Start

Jens Rademacher

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Allez hopp: Nicole Richter aus Osnabrück ist mit „Mo Jo" auf dem 22-Meter-Parcours unterwegs. Im Hintergrund beobachtet Schiedsrichterin Rike Daetz das Geschehen auf dem Waisenhausplatz. - © Jens Rademacher
Allez hopp: Nicole Richter aus Osnabrück ist mit „Mo Jo" auf dem 22-Meter-Parcours unterwegs. Im Hintergrund beobachtet Schiedsrichterin Rike Daetz das Geschehen auf dem Waisenhausplatz. (© Jens Rademacher)

Lemgo. Selbstbewusstsein ist Trumpf. Mögen die Tiere noch so possierlich aussehen, mag ihr Fell auch flauschig sein und ihr Blick kulleräugig: Die Kaninchen müssen wissen, was sie wollen. Sonst wird das nichts beim Kanin-Hop. Ein besonders kerniger Vertreter ist mit Startnummer 34 angetreten. Sein Name verspricht einiges: „Herkules". Kein Wunder, dass er am Ende weit vorn landet.

Das Tier von Züchterin Hannelore Kruse übersteht drei Runden im Ausscheidungsspringen und belegt am Ende mit nur einem Abwurf Platz zwei bei der siebten Auflage des Kanin-Hop-Wettbewerbs auf dem Waisenhausplatz. Die Extertalerin Kruse, Mitglied des ausrichtenden Zuchtvereins „W 147 Hörstmar", war im vergangenen Jahr Landesmeisterin und ist auch mit „Winnetou" und „Olli" am Start.

Doch „Herkules" ist ein Wirbelwind. Der schwarze Zwerghase flitzt über den 22 Meter langen Parcours, den die Organisatoren fürs Osterspringen aufgebaut haben. Vor vielen Zuschauern am Sonntag überwindet er fast alle zehn Hindernisse locker – obwohl sie für Runde drei auf 40 Zentimeter erhöht worden sind. Das erinnert an ein Pferde-Springturnier, nur einige Nummern kleiner – und teils mit Leine.

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51 Tiere von Züchtern aus der Region und darüber hinaus sind beim Ausscheidungsspringen an den Start gegangen. Siegerin wurde Petra Schenke vom Verein „I 67 Osnabrück" mit „NB Eternity". Platz zwei belegte Hannelore Kruse mit „Herkules" vor Chantal Jansen mit „Thor" (beide „W 147 Hörstmar"). Im freien Springen der schweren Klasse (40 Zentimeter Höhe) siegte Daniela Biskupek mit „Kovu" („W 346 Oelde"), in der Eliteklasse (45 Zentimeter) Sandra Piontek mit „Landgraaf" („K 38 Harleshausen").

Nicht ohne Grund spricht der Hörstmaraner Kanin-Hop-Beauftragte Kai Sander davon, dass es bei den Teams aus Mensch und Tier um Vertrauen gehe: „Man muss den Charakter des Tiers kennen." Nicht jedes Kaninchen sei fürs Springen geeignet. Auch wenn es egal sei, ob Rassekaninchen oder Mischling: „Sie dürfen nicht zu ängstlich sein." Außerdem ist in der ungewohnten Umgebung im Freien nun mal die erwähnte Selbstsicherheit bei den Tieren gefragt.

Und das ist ein wichtiger Punkt. Schließlich seien Kaninchen Fluchttiere, erklärt Kruse. Da gelte es, jung mit dem Training anzufangen, dann immer eine Stange mehr aufzulegen. Und wie schafft man es überhaupt, die Tiere zum Springen zu bringen? Da sei gar keine große Motivationshilfe notwendig, sagt Hannelore Kruse. „Die machen das von alleine." Und „Herkules" kann es eben besonders gut.

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