Zwei Lemgoer entwickeln Geocoaching-App für die Alte Hansestadt

Die Teilnehmer können mit dem Smartphone spielerisch spannende Stationen der Stadtgeschichte erforschen

Marlen Grote

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Den Weg gibt das Handy vor: Susanne und Ingo Kleine sind mit dem Smartphone im Lemgo der Hansezeit unterwegs. Sie haben eine Art 
Schnitzeljagd zur Stadtgeschichte erarbeitet. - © Marlen Grote
Den Weg gibt das Handy vor: Susanne und Ingo Kleine sind mit dem Smartphone im Lemgo der Hansezeit unterwegs. Sie haben eine Art 
Schnitzeljagd zur Stadtgeschichte erarbeitet. (© Marlen Grote)

Lemgo. Die alte Hansestadt als Hansekaufmann entdecken – das kann jeder ausprobieren, der ein Smartphone hat. Susanne und Ingo Kleine haben sich dazu eine Art Schnitzeljagd ausgedacht.

Die Aufgabe: Als Hansekaufmann muss der Spieler Handel treiben und gleichzeitig Ansehen gewinnen. Dazu führt ihn eine App durch Lemgo. An interessanten Orten werden kurze Handlungen wiedergegeben, die der Spieler durch seine Entscheidungen beeinflussen kann. Mit klugem Verhalten kann er sich beliebt machen und schafft es am Ende in den Stadtrat: Das Ziel des Spiels ist erreicht.

Geocaching ist der Oberbegriff für die moderne Schnitzeljagd mit GPS-fähigen Smartphones. Wird die Suche mit einem Spiel verknüpft, nennen die Geocacher das „Wherigo". „Wir hatten das mal ausprobiert und fanden das ganz spannend", erzählt Ingo Kleine. Dann hatten er und seine Frau Susanne zum 825-jährigen Stadtgeburtstag die Idee, auf diese Weise Geocacher durch die alte Hansestadt zuführen. „Wir wollten etwas machen, das die historische Schönheit der Stadt darstellt", erklärt Ingo Kleine.

Wer sich auf diese Entdeckungsreise begibt, trifft auch schon mal seltsame Gestalten. So wartet am Endpunkt, bei der Kirche 
St. Marien, ein dubioser Händler, der Reliquien anbietet. Lohnt sich das Geschäft, oder will er den Kaufmann über den Tisch ziehen? Nur wer am Ende einen guten Ruf hat, bekommt die entscheidenden Hinweise, um den „Schatz" zu bergen. Der wurde mit Unterstützung der Gemeinde auf dem Gelände der Kirche versteckt und enthält ein kleines Buch, in das sich jeder Finder eintragen kann.

So wird Geschichte direkt vor Ort erlebbar. „Die ersten Tester waren zwei Jugendliche, die die Stationen mit ihren Mountainbikes abfuhren", erzählt Susanne Kleine. Die Geocacher werden unter anderem zum Hexenbürgermeisterhaus, zum Marktplatz und nach St. Nicolai gelotst. Dort wird ein neuer Türmer gesucht, und der Hansekaufmann soll sich zu den möglichen Kandidaten äußern. Auf dem Wall ist schnelles Eingreifen gefragt, wenn plötzlich Feinde von der Stadtbefestigung vertrieben werden müssen. Und immer wieder gibt es Gelegenheiten, gute Geschäfte zu machen – oder eben auch Verluste.

Etwa 60 Geocacher haben den Cache bereits gefunden und sich in das Buch eingetragen. Susanne und Ingo Kleine haben ungefähr ein Jahr an dem Spiel gearbeitet, sich in die Geschichte eingelesen, programmiert, die Tour immer wieder selber ausprobiert und verbessert. Jetzt freuen sie sich, wenn auf diese Weise noch viele Neugierige das historische Lemgo entdecken.

Weitere Informationen und eine Anleitung für das Spiel finden sich im Internet: www.zeitreise-lemgo.de

Information

Versteckten Behältern auf der Spur

Geocaching ist eine moderne Schatzsuche nach GPS-Koordinaten. In Lemgo gibt es einige solcher Schätze zu entdecken. Die Informationen zu den versteckten Caches stehen im Internet, zum Beispiel auf der Seite www.geocaching.com. Ein Cache ist ein Behälter, der unterschiedlich groß sein kann und der ein Buch enthält, in das sich jeder Finder einträgt. Manchmal liegen kleine Gegenstände dabei, von denen jeder Finder einen herausnehmen und einen anderen hineinlegen kann. Die Behälter sind versteckt und müssen manchmal über Zwischenstationen und kleine Aufgaben gefunden werden. So eine Rätseltour heißt „Wherigo". Dafür lädt der Spieler eine kostenlose App auf sein Smartphone, mit der die Datei für die jeweilige Schatzsuche dann abgespielt werden kann.

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