Lemgoer Schornsteinfeger sammelt 182.000 Euro für krebskranke Kinder

Thomas Reineke

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Prominenter Mitradler: Der Ex-Gewichtheber und Olympiasieger Matthias Steiner (rechts, deutlich schlanker als zu seiner Kraftsport-Zeit) ist eine Tagesetappe mitgefahren. Darüber freut sich Organisator Werner Klein aus Lemgo. - © Privat
Prominenter Mitradler: Der Ex-Gewichtheber und Olympiasieger Matthias Steiner (rechts, deutlich schlanker als zu seiner Kraftsport-Zeit) ist eine Tagesetappe mitgefahren. Darüber freut sich Organisator Werner Klein aus Lemgo. (© Privat)

Lemgo. „Wir können jedes Jahr mehr Geld geben – unglaublich." Werner Klein (63) ist noch ganz beseelt von der Glückstour 2016. Zum elften Mal hat der Lemgoer mit 35 weiteren Schornsteinfegern aus ganz Deutschland eine mehrtägige Radtour unternommen und zuvor eingesammelte Spenden zugunsten krebskranker Kinder verteilt.

Die aktuelle Tour führte von Neckarsulm über Stuttgart, Karlsruhe, Bad Kreuznach, Koblenz und Bonn bis nach Köln. Am Ende hatten Klein und seine Mitstreiter sage und schreibe 182.000 Euro an Kinderkrebsstationen, Hospiz-Einrichtungen, Elterninitiativen oder von der Krankheit betroffene Familien verteilt.

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Geld fließt auch in die Forschung

„Wir geben jeden gespendeten Cent weiter", betont einer der Initiatoren der Glückstour, Schornsteinfeger Werner Klein aus Lemgo. Bei der aktuellen Tour war auch ein zweiter Lipper dabei: Schornsteinfeger Rüdiger Möller aus Holzhausen-Sylbach fuhr einen der vier Mannschaftswagen des 36-köpfigen Radlertrosses. Mit den gesammelten Spenden unterstützt die Glückstour übrigens auch die Krebsforschung. Ein Teil fließt in die Entwicklung einer Methode, die die Nebenwirkungen einer Chemotherapie bei Kindern mindern soll.

Das Geld hatten die Schornsteinfeger zuvor selbst gespendet bekommen.  „Die Einladung zum Jahresempfang beim Bundespräsidenten hat uns weitere Türen geöffnet", sagt Klein. Joachim Gauck hatte den Lemgoer  zusammen mit dem zweiten Cheforganisator der Glückstour, Ralf Heibrok (57, Schloß Holte), ins Schloss Bellevue eingeladen, um das Engagement der Schornsteinfeger für krebskranke Kinder zu ehren (die LZ berichtete). Rund 1,7 Millionen Euro haben die Teilnehmer seit 2006 für den guten Zweck in ganz Deutschland verteilt. Der Zielort der rund einwöchigen Tour ist jeweils der Schauplatz des Bundesverbandstages der Schornsteinfeger – 2016 war das Köln, 2017 wird es Frankfurt sein.

Die radelnden Schornsteinfeger rufen an vielen Stationen ein großes Echo hervor. An einem Etappenziel informierte sich jetzt die CDU-Landesvorsitzende von Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner, über die Aktion. In Bonn empfing Kabarettist, Buchautor und Mediziner Dr. Eckart von Hirschhausen die Gruppe. Und am Ziel in Köln wartete der ehemalige ARD-Vorsitzende und WDR-Intendant Fritz Pleitgen, der Präsident der Stiftung Deutsche Krebshilfe ist. Andere Prominente steigen mit den Schornsteinfegern auch aufs Rad: Jeweils eine Etappe fuhren Ex-Radprofi Jens Heppner und Matthias Steiner, der Olympiasieger im Gewichtheben, mit. Letzterer ist übrigens gegenüber seiner aktiven Zeit als Gewichtheber (Karriereende 2013) kaum wiederzuerkennen: Der heute 33-Jährige hat stark abgenommen.

www.glückstour.de

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