Lemgo bleibt die Simon-Laks-Hochburg

Till Brand

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Gemeinsamer Termin: Teda Wellmer und Rolf Eickmeier laden zur Filmvorführung von „Drei Söhne". - © Till Brand
Gemeinsamer Termin: Teda Wellmer und Rolf Eickmeier laden zur Filmvorführung von „Drei Söhne". (© Till Brand)

Lemgo. Der alten Hansestadt gebührt die Ehre der öffentlichen Erstaufführung: Der Film „Drei Söhne“, der sich unter anderem dem jüdischen Komponisten Simon Laks und seinem Sohn André widmet, macht ausgerechnet im Hansa-Kino bundesweit den Auftakt. Nicht ohne Grund: Die alte Garde der „Frauen für Lemgo“ hat den Film finanziell gefördert. Außerdem ist es Teda Wellmer & Co. zu verdanken, dass das Erbe Simon Laks überhaupt in Erinnerung gerufen worden war.

Nur des Lemgoer Engagements wegen ist die Musik des nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst in Vergessenheit geratenen jüdischen Komponisten, der Auschwitz überlebt hat, überhaupt 1994 in der alten Hansestadt uraufgeführt und anschließend weltweit bekannt geworden. Sogar die Originaltonaufnahme der Lemgoer Aufführung liegt heute in der jüdischen Erinnerungsstätte Yad Vashem in Jerusalem.

Auch für die Übersetzung des Laks-Buchs „Musik in Auschwitz“ zeichnen Lemgoer verantwortlich: Mirka und Karlheinz Machel, die die 150 Seiten über die Funktion der Musik im Vernichtungslager Auschwitz aus dem Polnischen ins Deutsche brachten.

Nun also „Drei Söhne“, ein Film „über die Macht der Künste“, wie die Deutsche Film- und Medienbewertung in einem aktuellen Gutachten schreibt. Sie hat der Doku passend zum Kinostart das Prädikat „Besonders wertvoll“ verliehen. Ein Umstand, den auch die Lippische Gesellschaft für Politik und Zeitgeschichte zu schätzen weiß. Wie Vertreter Rolf Eickmeier sagt, hat die Gesellschaft den Kinoabend im Hansa-Kino organisiert, zu dem auch die Regisseurin Birgit-Karin Weber kommt, möglicherweise auch Produzentin Stefanie Greb.

Zu Beginn des Abends soll ein Gespräch der Gäste mit Teda Wellmer einführen. Wollen Schüler die Aufführung besuchen, übernimmt die Gesellschaft den Eintrittspreis von fünf Euro. Reserviert ist das Hansa-Kino für Mittwoch, 13. September, ab 17 Uhr.

Reservierung per Tel. (05261) 188500. Das Buch „Musik in Auschwitz“ ist per ISBN 978-3-7931-4082-5 zu erhalten.

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