Lebensmittel aus der Fabrik 4.0 der Hochschule OWL

Astrid Sewing

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Wird moderner: Die Hochschule OWL will die Lebensmitteltechnologie deutlich aufwerten. Auch die Qualitätssicherung in der Getränkeproduktion soll in der neuen „Smart Food Factory" automatisiert werden. - © Archivfoto: Hochschule OWL
Wird moderner: Die Hochschule OWL will die Lebensmitteltechnologie deutlich aufwerten. Auch die Qualitätssicherung in der Getränkeproduktion soll in der neuen „Smart Food Factory" automatisiert werden. (© Archivfoto: Hochschule OWL)

Lemgo. Jeder Apfel hat eine leicht andere Note – wie bekommt man es dann hin, dass der Saft immer einheitlich schmeckt? Antwort: Durch viele Tests, die während des Herstellungsprozesses gemacht werden müssen – noch. Die Hochschule OWL bekommt eine „Smart Food Factory", und der erste Namensteil zeigt, in welche Richtung das geht: Industrie 4.0.

Die Hochschule OWL hatte beim NRW-Wettbewerb „EFRE Forschungsinfrastrukturen" eine Projektskizze eingereicht, und diese wurde positiv bewertet. „Damit ist es sehr wahrscheinlich, dass die Factory in Lemgo gebaut wird", sagt Pressesprecherin Yvonne Berthiot.

Jetzt werden die formalen Förderunterlagen eingereicht, um das rund neun Millionen Euro schwere Projekt aus dem Programm „OP EFRE NRW" starten zu können. Die Hochschule muss einen Eigenanteil von einer Millionen Euro tragen. Auf dem Innovation Campus soll bis 2020 ein komplett neues Gebäude gebaut werden.

Und das Interesse in der Wirtschaft ist groß: „Wir haben einige Unternehmen in der Warteschleife. Es wird auch neue Projektstellen für Wissenschaftler geben", sagt Berthiot. Wirtschaft und Wissenschaft wollen kreative Lösungen mit modernster Technologie verbinden. Das Ziel: Die Qualität und Sicherheit der Lebensmittel soll noch besser werden, außerdem geht es um mehr Nachhaltigkeit in der Produktion.

„Damit setzt die Hochschule OWL neue Maßstäbe in Lehre und Forschung bei Industrie 4.0 im Lebensmittelbereich", sagt Professor Jürgen Krahl, Präsident der Hochschule OWL. Durch die „Smart Food Factory" werde der Studienort Lemgo noch attraktiver, „weil wir unsere Lehre immer nach den neuesten Forschungsergebnissen ausrichten."

Es geht auch nicht darum, die ganz Großen der Branche zu unterstützen. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen oder auch Firmengründer sollen auf dem Campus die notwendige Infrastruktur vorfinden. „Gemeinsam mit unseren Partnern sehen wir die Digitalisierung auch im Lebensmitteltechnologiebereich als eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben", sagt Professor Stefan Witte, Vizepräsident für Forschung und Transfer der Hochschule OWL.

„Die geplante ‚Smart Food Factory‘ schafft ein neuartiges Forschungsumfeld, das in dieser Weise und mit dieser Zielsetzung bisher einzigartig in Deutschland ist."
Auf einer Fläche von etwa 2000 Quadratmetern sollen die Lebensmittelherstellung, chemische Analytik, Sensorik, Bild- und Datenverarbeitung, Sensortechnik, Mess- und Regeltechnik und die Automation untergebracht werden.

„In der ‚Smart Food Factory‘ werden wir innovative Forschungsvorhaben anschieben, mit denen die Herstellungsprozesse von Lebensmitteln sicherer, wirtschaftlicher und umweltfreundlicher gemacht werden", so Professor Hans-Jürgen Danneel vom Institut für Lebensmitteltechnologie NRW, der das Konsortium leiten wird.

Starke Industrie an der Hochschule

Die Hochschule OWL hat einen Haushalt von 34 Millionen Euro, 10 Millionen werden zusätzlich von der Wirtschaft, Bund oder Land eingeworben. Mit diesem Etat und 171 Professuren gehört die Hochschule OWL zu den forschungsstärksten Fachhochschulen in Deutschland, heißt es in einer Pressemitteilung.

Am Campus Lemgo sind zwei Forschungsschwerpunkte in den Bereichen Lebensmitteltechnologie und Intelligente Automation verortet. Beide zusammen tragen heute mit circa 50 Prozent zum Drittmittelaufkommen der Hochschule bei und sind in Instituten organisiert: dem „Institut für Lebensmitteltechnologie.NRW" und dem „Institut für industrielle Informationstechnik" (inIT).

Diese beiden Institute kooperieren mit dem Fraunhofer-Anwendungszentrum IOSB-INA und Partnern der Lebensmittelindustrie.

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