In Lemgo ist das Lernen der Zukunft digital

Lorraine Brinkmann

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Das Lernen der Zukunft findet digital statt, ist das MWG überzeugt. Schulen müssen bei der Infrastruktur aufrüsten, aber auch das Kollegium entsprechend schulen. - © April Bryant/Pixabay
Das Lernen der Zukunft findet digital statt, ist das MWG überzeugt. Schulen müssen bei der Infrastruktur aufrüsten, aber auch das Kollegium entsprechend schulen. (© April Bryant/Pixabay)

Lemgo. Vor allem die Corona-Pandemie hat es gezeigt: Die Digitalisierung der Schulen ist ein wesentlicher Punkt im Lehren und Lernen der Zukunft. Unabhängig vom Klassenzimmer und dennoch vernetzt zu sein, wird immer wichtiger.

Die Schulen müssen deshalb nicht nur digital aufrüsten, sondern auch mithilfe von Fortbildungen und Schulungen das Kollegium und die Schülerschaft auf die bevorstehenden Herausforderungen vorbereiten. Am Marianne-Weber-Gymnasium (MWG) wurde deshalb ein umfangreiches Medienkonzept entwickelt, das in enger Zusammenarbeit mit der Stadt zukunftsfähiges Lehren und Lernen sicherstellen soll.

Technische Infrastruktur

Wichtigste Voraussetzung ist die entsprechende Vernetzung. Das MGW verfügt inzwischen über knapp 100 digitale Endgeräte für Schüler, berichtet Lehrerin Franziska Reichelt. Im Jahr 2017 sei mit fünf Geräten gestartet worden. Neben einem leistungsfähigen WLAN verfüge die Schule außerdem zum Beispiel über Bildschirme in den Klassen- und Fachräumen, die mit den Endgeräten verbunden werden können. „Seit ein paar Wochen sind auch die Lehrerinnen und Lehrer mit Endgeräten ausgestattet", ergänzt Reichelts Kollegin Hanne Preiß.

Ab der achten Klasse wird am MWG vorwiegend digital gearbeitet. „Wir sind im Schuljahr 2018/19 mit einem Pilot-Durchlauf an den Start gegangen", sagt Hanne Preiß. „Damals teils noch mit Leihgeräten der Schule." Inzwischen sei aber vorgesehen, dass die Schülerinnen und Schüler mit eigenen Geräten arbeiten. Über eine Firma, mit der die Stadt zusammenarbeitet, seien verschiedene Finanzierungen für die Eltern möglich. Dank des Bildungs- und Teilhabepakets sei es aber für einkommensschwache Familien auch machbar, Geräte gestellt zu bekommen.

„Schon bei der Einschulung werden Eltern daraufhin gewiesen, dass ab Klasse acht ein iPad benötigt wird", sagt Prieß. Diese ersetzen in erster Linie Arbeitshefte und sollen den Austausch zwischen Lehrern und Schülern erleichtern. „Die Geräte werden zentral verwaltet", erklärt Franziska Reichelt. „Sie verfügen über eine private und eine schulische Oberfläche, so dass im WLAN der Schule beispielsweise keine anderen als die Apps genutzt werden können, die für das Lernen vorgesehen sind."

"Schüler helfen Schülern"

Neben regelmäßigen Fortbildungen gilt am MWG das Prinzip „Schüler helfen Schülern" – oder auch den Lehrer, wie Schülerin Johanna berichtet. „Viele von ihnen haben keine Probleme, die Geräte zu bedienen", ergänzt Franziska Reichelt. „Und so können die Schüler uns oft auch helfen." Die Grundlagen würden aber in Schulungen vermittelt. Vom Medienberatungsteam gibt es außerdem Hilfe bei technischen Problemen oder Fragen zum Verhalten im Internet.

Wie an vielen anderen Schulen auch, wird am MWG überwiegend mit der Plattform „IServ" gearbeitet. Sie bietet über das Lehrkräftenetz die Möglichkeit, sich innerhalb des Kollegiums auszutauschen, mittels des pädagogischen Netzwerkes können Lehrer und Schüler untereinander kommunizieren, Daten ablegen und austauschen, Materialien und Aufgaben bereitstellen, Videokonferenzen durchführen sowie Kalender und Klausurenpläne ablegen und einsehen. „Das hat sich vor allem im Distanzlernen sehr bewährt", sagt Franziska Reichelt.

Schon im letzten Jahr ist die Idee entstanden, Grundschüler in die schuleigene Medienwerkstatt zu holen. „Mithilfe des Rotary Clubs Lemgo-Sternberg konnten wir dort zum Beispiel Greenscreens, Stative und Whiteboards installieren", sagt Reichelt. Diese könnten zum Beispiel genutzt werden, um Trickfilme zu drehen oder das Thema Virtual Reality erfahrbar zu machen. „Wir hoffen, dass wir all das nach Corona nachholen können." Natürlich könne der Raum auch von den MWG-Schülern gebucht werden.

Für Projekte wie „Computerspiele programmieren" oder „Trickfilme darstellen und gestalten" ist das MWG im letzten Jahr von der Initiative „MINT Zukunft Schaffen" mit dem Siegel „Digitale Schule" ausgezeichnet worden. Auch die pädagogische Lernkultur, die Qualifizierung der Lehrkräfte, die regionale Vernetzung sowie die technische Ausstattung standen dabei im Fokus der Begutachtung.

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