Die Nachhaltigkeit kommt in Lemgo auf den Prüfstand

Katrin Kantelberg

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Freuen sich über die Zusage für das Modellprojekt "Global Nachhaltige Kommune in NRW": Bürgermeister Markus Baier und Doris Hagemann vom Strategiestab der Stadt zeigen auf dem Plakat, was die Ziele des Projektes beinhalten. - © Katrin Kantelberg
Freuen sich über die Zusage für das Modellprojekt "Global Nachhaltige Kommune in NRW": Bürgermeister Markus Baier und Doris Hagemann vom Strategiestab der Stadt zeigen auf dem Plakat, was die Ziele des Projektes beinhalten. (© Katrin Kantelberg)

Lemgo. Lemgo ist mit dabei. Und das kommt nicht von ungefähr, ist Bürgermeister Markus Baier überzeugt. Schließlich sei nachhaltiges Handeln quasi schon in der DNA der alten Hansestadt enthalten – und spätestens mit den Strategischen Stadtzielen 2011 in den „Blutkreislauf" übergegangen.

Auf diese Strategischen Ziele aufbauend will die Verwaltung jetzt das nachhaltige Handeln fortentwickeln. Als ein wesentliches Werkzeug wird ihr dabei das Modellprojekt „Global Nachhaltige Kommune NRW" (GNK NRW) zur Hand gegeben. Lemgo ist damit eine von elf ausgewählten Kommunen, die bis Ende 2022 erstmalig bei der Entwicklung von kommunalen Nachhaltigkeitsberichten begleitet werden.

Dabei darf sie von ihrer Vorarbeit profitieren, wie Doris Hagemann vom Strategiestab der Stadt, stolz erklärt. Denn zusammen mit Soest zählt die alte Hansestadt in dieser dritten Projektlaufzeit zu den einzigen Kommunen, die direkt in der Berichterstattung einsteigen dürfen und zuvor nicht noch die Nachhaltigkeits-Strategiephase durchlaufen müssen.

Rahmen für Berichte ist vorgegeben

„Unser interner Prozess läuft diesbezüglich schon seit Jahren, jetzt haben wir die Chance, das Vorgehen in einem standardisierten Bericht aufzuarbeiten", freut sich Bürgermeister Baier. Damit zählt Lemgo deutschlandweit zu den ersten Kommunen, die den „Berichtsrahmen Nachhaltige Kommune" erprobt – und befindet sich damit in bester Nachbarschaft, denn auch Kalletal ist – nachdem es die Strategiefindungsphase durchlaufen hat – dabei. Wurden seit 2016 bislang 30 Kommunen bei der Erarbeitung von Nachhaltigkeitsstrategien unterstützt, wird nun in der dritten Laufzeit erstmals die Nachhaltigkeits-Berichterstattung angeboten.

Dabei werden die Kommunen mit Hilfe eines vorgegebenen Rahmens ihre Berichte verfassen. Zielsetzung sei es, festzustellen, wo sie bereits gut aufgestellt und wo noch Impulse nötig sind – ein Instrument also zu setzen, um die weitere Verwaltungsarbeit zu prägen, so Doris Hagemann, die als städtische Koordinatorin zehn Stunden die Woche in das Projekt investieren wird. Betrachtet werden dabei unter anderem die Handlungsfelder Mobilität, Konsum, Umweltschutz oder auch Quartiersentwicklung, um sie etwa mit den Steuerungsmitteln nachhaltige Finanzen oder auch öffentliche Beteiligung abzugleichen. Ein weit gestecktes Feld, das praktisch alle Bereiche des öffentlichen Lebens betrifft – den Klimaschutz genauso wie den Pensionsfond für städtische Mitarbeiter, immer mit dem Ziel, negative Folgen für spätere Generationen zu vermeiden.

Den Bürger will Doris Hagemann über Ist-Zustand, Trends und Entwicklungen informieren und nach Möglichkeit, auch in das Geschehen einbinden. Wie genau das passieren kann, das werde sich in den kommenden Monaten zeigen. Und an ihrem Engagement lässt die städtische Mitarbeiterin keinen Zweifel. Gefühlt sind ihre Ärmel schon hochgekrempelt: „Ich habe da richtig Lust drauf."

Die Strategischen Stadtziele

Lemgo kam bei der Aufnahme in das Modellprojekt zugute, dass die Stadt mit den Strategischen Stadtzielen bereits seit 2011 Vorgaben für ihr Handeln festlegt, die nachhaltige Aspekte beinhalten. Sechs Ziele sind dort fixiert, die anhand vorgegebener Messgrößen jedes Jahr überprüft werden. Zu den sechs Zielen zählen der ausgeglichene Haushalt, die attraktive Innenstadt, der Wirtschaftsstandort, differenzierte Bildungsangebote, die Wertschätzung von Bürger und Ehrenamt sowie die nachhaltige und klimaschonende Energieversorgung.

Diese Grundlagen honorierte die Agenda 21 NRW und nahm die alte Hansestadt damit direkt in die Phase des Berichtsrahmens der „Globalen Nachhaltigen Kommune in NRW" (GNK NRW) auf, das heißt, die Kommunale Nachhaltigkeitsstrategie wurde als bereits gegeben angesetzt. Mit Hilfe des Modellprojektes sollen die Strategischen Stadtziele nun bis Ende 2022 um Nachhaltigkeitskriterien ergänzt und die dafür erforderlichen Messwerte überprüft werden.

Durchgeführt wird GNK NRW von der Servicestelle Kommunen in einer Welt (SKEW) von Engagement Global in Kooperation mit der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW (LAG 21 NRW), gefördert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Mehr Informationen über die Strategischen Stadtziele und die bislang gültigen Messwerte gibt es auf der Homepage der Stadt Lemgo unter: www.lemgo.de/index.php?id=4788

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