Experte erklärt: Wie mit Sonnenenergie die Stromkosten sinken

Axel Bürger

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Sonnenenergie ist eine beliebte Quelle für Öko-Strom. Doch was muss man bei der Nutzung alles beachten? - © Symbolbild: Pixabay
Sonnenenergie ist eine beliebte Quelle für Öko-Strom. Doch was muss man bei der Nutzung alles beachten? (© Symbolbild: Pixabay)

Lemgo-Lieme. Photovoltaikanlagen auf Einfamilienhäusern werden zwar mit einer Einmalvergütung für den Batteriespeicher unterstützt, müssen sich aber vor allem über den Eigenverbrauch amortisieren.

Einer, der das nicht nur weiß, sondern den potenziellen Nutzern der Sonnenenergie die Hintergründe erklären kann, ist Gerhard Peter. Seit den 90er Jahren arbeitet Peter bereits an der Umsetzung von Solarstromkonzepten. Obwohl die Fragen rund um den Öko-Strom immer noch die gleichen sind, hat sich ein Faktor stets veränder: „Die Einspeisevergütung", meint der Unternehmer aus Lieme.

Gerhard Peter, Geschäftsführer von Peter Solarstrom OWL, hier mit einer Mini-Ausgabe einer PV-Zelle. - © Axel Bürger
Gerhard Peter, Geschäftsführer von Peter Solarstrom OWL, hier mit einer Mini-Ausgabe einer PV-Zelle. (© Axel Bürger)

Ansonsten gilt: Was kostet eine Photovoltaikanlage? Lohnt sich ein Solarstromspeicher? Wie groß muss die Anlage dimensioniert werden? Und welche Zuschüsse und Förderungen gibt es, mit denen eine Finanzierung vereinfacht werden kann? Zum Hintergrund: Seit den Zielen der Bundesregierung („Weg vom Atomstrom") ist Photovoltaik beim Privatmann eine Idee, die an Dynamik gewinnt. Die Sonneneinstrahlung liegt in Deutschland zwischen 850 und 1120 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr. Eine Photovoltaikanlage wandelt die Sonnenenergie durch den photoelektrischen Effekt in nutzbaren Strom um.

Ausgangspunkt: Ein geeignetes Dach

Der Ausgangspunkt für die Popularität dieser Art von Energiegewinnung liegt auf der Hand: ein geeignetes Dach. Peter: „Die meisten Hersteller der Zellen sitzen in Fernost, die wenigsten in Europa. Alle geben eine Garantie auf die Solarzellen, dass diese 25 Jahre ihren Dienst tun, also Strom liefern. Auf die Rahmen, Gläser oder Kabel, also die mechanischen Teile, gibt es zudem eine Produktgarantie. Trotzdem ist es wie bei den Autos. Es gibt auch bei Solarzellen einen Mercedes und einen kleinen Fiat."

Der Geschäftsführer von „Peter Solarstrom OWL" stellt zudem fest: „Die allermeisten PV-Anlagen aus der Phase der Jahrtausendwende sind immer noch tipptopp. In der Regel ist die Entscheidung, sich eine Anlage auf dem Dach installieren zu lassen, ein Votum für 25 bis 40 Jahre."Rund um die Standards der Anlagen geht es nicht nur um die Nennleistung oder die Garantie, es geht auch um die Speichertechnik und die Frage:

Wie viel Strom verbraucht ein Einfamilienhaus mit beispielsweise vier Personen im Jahr, wie viel davon kann der Anlagenbetreiber selbst auf seinem Dach erzeugen? Peter: „Das EEG-Gesetz gibt grundsätzlich zwei Wege vor. Ich kann 100 Prozent einspeisen oder das einspeisen, was übrig ist, wenn die Menge für den Strom im Haus abgezogen wurde." Der Vergütungsanspruch ist gesetzlich geregelt und sinkt allerdings seit Jahren. Ist der Vertrag abgeschlossen, gilt der Satz pro Kilowattstunde für 20 Jahre.

Derzeit liegt er bei rund 7,5 Cent je Kilowattstunde. Peter: „Um die Jahrtausendwende gab es mal 50 Cent." Der Wettstreit hinter der Bühne wird von den großen Stromgiganten wie E.ON oder Vattenfall geführt. Strom, den örtliche Player wie die Stadtwerke verkaufen, wird – wenn nicht selbst erzeugt – an Strombörsen gehandelt, und es liegt immer eine Mischkalkulation zugrunde. Atomstrom, Kohlestrom und Öko-Strom bilden einen Mix in der Preisgestaltung.

Weitere Fragen

Zurück zur Photovoltaik. Was sind die immer wieder gestellten Fragen? Peter: „Wie kann ich die Technik verwalten? Sind Schalter und Bedienelemente einfach zu verstehen? Und neuerdings natürlich: Kann ich mein Auto mit meinem Strom aufladen?" Statistisch verbraucht der 4-Personen-Haushalt rund 4000 Kilowattstunden im Jahr – ohne Elektroauto. Im Winter scheint weniger Sonne, nicht jedes Haus hat eine optimale Dachneigung.

Dafür wirft die Kreditbranche gerade mit billigen Finanzierungen um sich. Peter: „Wer sich für eine PV-Anlage auf dem eigenen Dach entschieden hat, hat die wesentlichen ökologischen Fragen im Grunde schon für sich beantwortet. Unklar ist oft die Frage eines Batteriespeichers. Manchmal wollen die Kunden anfangs darauf verzichten, sehen aber am Ende einer Beratung doch den Sinn dieser Technik."

Information

Einspeisevergütung


Über die Einspeisevergütung erhält der Betreiber einer Solaranlage Geld vom Staat für jede erzeugte Kilowattstunde Strom. Diese Zahlung ist fest für einen Zeitraum von 20 Jahren garantiert und ermöglicht die Refinanzierung der Photovoltaikanlagen sowie darüber hinaus gehende Einnahmen. Eine Solaranlage amortisiert sich nach durchschnittlich zehn bis zwölf Jahren und erwirtschaftet im Schnitt eine jährliche Rendite von drei bis acht Prozent.

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