Klasse(n)kunst im Schloss Brake macht auf Plastik im Meer aufmerksam

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Eindrucksvoll: Die Collage von Dafni Karypidou zur Bedrohung der Meerestiere durch Plastik. - © Landesverband Lippe/Julia Holdack
Eindrucksvoll: Die Collage von Dafni Karypidou zur Bedrohung der Meerestiere durch Plastik. (© Landesverband Lippe/Julia Holdack)

Lemgo. Unter dem Leitsatz "(Wir haben) nur die eine Welt - Unterwegs in den Meeren" haben sich 15- bis 17-jährige Jugendliche der Klassen 9 & EF des Städtischen Gymnasiums Barntrup zu einer Gruppe zusammengeschlossen, die anhand ihrer künstlerischen Aussage auf die Folgen der Erderwärmung und des Klimawandels hinweisen möchte. Im Fokus stehen die verschmutzten Weltmeere, die nachhaltig geschädigt werden durch die Abfälle unserer Wegwerfgesellschaft; Plastik in Hülle und Fülle.

„Das Leben der Menschen und aller Lebewesen der Erde kam ursprünglich aus dem Meer. Noch heute ist das Meer ein extrem bedeutender Lebensraum für die Versorgung des Menschen mit Nahrung und Energie. Mehr als eine Milliarde Menschen ist direkt vom Meer abhängig. Die Meeresküste ist ein wichtiger Erholungsort. Das Meer entscheidet über das Weltklima. Ebbe und Flut – das Kommen und Gehen des Meeres – symbolisierte schon in den alten Kulturen das Entstehen und Vergehen des Lebendigen. Doch der heutige Mensch hat es in relativ kurzer Zeit geschafft, das Ökosystem Meer in eine gefährliche Lage zu bringen", so die aktuelle Internetrecherche der Schüler.

Gefährdetes Ökosystem im Fokus

Die kleine Kunstgruppe setzte sich intensiv mit dieser Umweltthematik auseinander und im Klassenraum, ihrem gemeinsamen Atelier, konnten sie sich in ihrer Freizeit austauschen und gegenseitig inspirieren. Die freischaffende Künstlerin und Kunsterzieherin Dagmar Diekmann aus Lemgo stand beratend zur Seite, wenn Collage und Malerei aufeinandertreffen.

"Mit Dagmar Diekmann als Projektleiterin und der am Stadtgymnasium Barntrup tätigen Kunsterzieherin Marita Semper ist ein wunderbares Kooperationsprojekt entstanden, das vom Land NRW gefördert worden ist. Kultur und Schule vom Land NRW unterstützt ihre Projektarbeit, die heute ihren Abschluss in einer außerschulischen Präsentation im Schloss Brake findet. Mit dieser Ausstellung im Schloss Brake erreichen die Werke eine andere Dimension, weil sie öffentlich ausgestellt werden, und wir freuen uns als Kulturagentur des Landesverbandes Lippe dabei behilflich zu sein, eine so tolle Arbeit von Pädagogen und Schülern bekannt zu machen", so Museumsleiterin Vera Scheef.

Qualvoller Tod durch Plastik

Nach einer technischen Einführung in das Medium der Collage in Verbindung mit Acrylmalerei konzipierte die kleine Künstlerschaft das Thema Meerestiere. Die Leinwände wurden grundiert, und dann trug man Alltagsgegenstände in Form der Collage auf die Bildfläche auf. Kaffeekapseln aus Plastik, zerbrochene CD-Scheiben, Garne, Netze, Plastik in jeder nur erdenklichen Form bestimmen die Bildregie und versetzen das Meerestier, ob Schildkröte, Wal oder Fisch in ein Lebewesen, das durch Plastik den qualvollen Tod erleidet. Die gemalten Zeugnisse dokumentieren eindrucksvoll die Bedrohung der Unterwasserwelt und wollen das Bewusstsein für die Verschmutzung der Meere durch Plastik sensibilisieren.

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