Ausstellung der Künstlerin Irina Davydov zeigt geweihte Ikonen-Bilder

Von der Ruhe im Frauenkloster inspiriert

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Einblicke in eine fremde Kultur: Die Paderborner Künstlerin Irina Davydov vor der Ikone des "Heiligen Nikolaus aus Kasachstan", einem beliebten Motiv der Spätaussiedler.  - © Foto: Nicole Reineke
Einblicke in eine fremde Kultur: Die Paderborner Künstlerin Irina Davydov vor der Ikone des "Heiligen Nikolaus aus Kasachstan", einem beliebten Motiv der Spätaussiedler.  (© Foto: Nicole Reineke)

Lemgo (reni). "Ikonen: Eine himmlische Wirklichkeit" - zu diesem Thema hatten der Verein "ZMO - Zusammenarbeit mit Osteuropa" und die St. Marien Kirche am Samstagabend in das Gemeindehaus an der Stiftstraße eingeladen. Zu sehen waren Malereien der Paderborner Künstlerin Irina Davydov, die gemeinsam mit ihrem Mann Gregor über die Geschichte der Ikonen informierte.

"Ein Mensch kann nicht ohne Kultur leben, und ich freue mich heute Abend einen Teil der Kultur unserer russischen Mitmenschen kennen lernen zu dürfen", begrüßte Pastor Matthias Altevogt die rund 40 Gäste. Nadja Yumaeva stimmte zu Klavierbegleitung von Elena Mareeva mit russischen Stücken auf den Abend ein.

Jedes Jahr reist Davydov nach Weißrussland, um dort für zwei Wochen nach strengen Regeln in einem Frauenkloster zu leben. Von der dortigen Ruhe und besonderen Umgebung inspiriert, malt sie ihre Ikonen-Bilder. Dabei sind die Motive fest vorgegeben. Mit speziellen Techniken und vielen Goldelementen werden bereits existierende Ikonen als Vorlage verwendet. Neue Motive werden nach dem "Kanon", der Vorgabe von Mimik, Gestik und Farbgebung, angefertigt. Erst nachdem ein Priester dies geprüft und das Bild gesegnet hat, darf es sich Ikone nennen. Auch eine Ikone eines Bielefelder Priesters hat sie nach diesen Vorgaben gefertigt.

Die orthodoxe Kirche sieht in den kirchlich geweihten Bildern ein Fenster in die geistliche Welt. Einige Bilder der Künstlerin zeigen auch private Familien-Ikonen. Hier werden die Schutzheiligen der Familien dargestellt und zu Hause oft in einer "Gebetsecke" angebracht.

Wegen des enormen Wertes der Ikonen wurden sie am Ende des Abends wieder abgehängt und sicher verwahrt.

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