Fünf Jahre Haft für Lemgoer Millionenbetrüger

Immobiliengeschäfte in Paraguay wurden zum Flop

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Detmold (nw). Weil der Kaufmann Nikolai Neufeld aus Lemgo viele Aussiedlerfamilien in den Ruin getrieben hat, muss er fünf Jahre lang ins Gefängnis. Die Wirtschaftsstrafkammer des Detmolder Landgerichts sprach den 51-Jährigen am Montag wegen gewerbsmäßigen Betruges in 1.042 Fällen schuldig.

Wie bereits berichtet, hatte Neufeld, der aus Kasachstan stammt und 1990 als Aussiedler nach Deutschland gekommen war, in der Zeit von Sommer 2007 bis zum Juni 2011 zahlreiche Landleute mit dubiosen Immobliengeschäfte in Paraguay hinters Licht geführt und um 14 Millionen Euro geschädigt.

Der Angeklagte, ein strenggläubiger Mennonit, gaukelte seinen Opfern vor, sie könnten in dem südamerikanischen Land in einer Kolonie Grundstücke erwerben und damit eine sehr gute Rendite erzielen. Neufeld hatte in Paraguay selbst 26.000 Hektar – eine Fläche in etwa so groß wie die Stadt Bielefeld – erworben. Nach eigenen Angaben zahlte Neufeld rund 600 Euro pro Hektar. Beim Weiterverkauf kassierte er 2.400 Euro und gab den gutgläubigen Anlegern das Versprechen, ihnen werde eine jährliche Dividende von zwölf Prozent ausgezahlt.

Die "Kolonie Neufeld" in Paraguay blieb aber schon in den Anfängen stecken, eine nennenswerte landwirtschaftliche Produktion kam dort nie ins Rollen. Nach Angaben des Wirtschaftsprüfers Michael Nordmann war das Projekt "von vornherein zum Scheitern verurteilt" und die in Aussicht gestellten Renditen "Phantastereien".

Nur etwa 50 Familien siedelten in der Kolonie - nach Angaben eines Zeugen gab es dort vor allem Diebstahl und Misswirtschaft. Das Landgericht hielt Neufeld zugute, dass er selbst an das Projekt geglaubt hatte und vor Gericht ein Geständnis ablegte.

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