Politiker stimmen für LE-Kennzeichen

Haupt- und Finanzausschuss ist mehrheitlich für eine Reaktivierung

Von Katharina Pavlustyk

Fährt schwere Geschütze auf: SPD-Chef Udo Golabeck will das "Nein" zum Lemgeoer Kennzeichen nicht hinnehmen. ArchivFoto: Reineke
Fährt schwere Geschütze auf: SPD-Chef Udo Golabeck will das "Nein" zum Lemgeoer Kennzeichen nicht hinnehmen. ArchivFoto: Reineke

Lemgo. Bald sind wohl viel mehr Autos mit dem LE-Kennzeichen in Lippe unterwegs. Für eine Wiedereinführung hat am Montag der Haupt- und Finanzausschuss grünes Licht gegeben.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer hatte den Weg für die Wiedereinführung von Altkennzeichen endgültig frei gemacht. Lemgoer Sozialdemokraten brachten das LE-Schild wieder ins Gespräch - zwecks Heimatverbundenheit und weil ein "LE" an den Autos ein kostenloser Werbeträger sei.

Die FDP plädierte hingegen dafür, das LE-Kennzeichen nur für historische Fahrzeuge zuzulassen. "Das ist rechtlich nicht möglich", stellte Bürgermeister Dr. Reiner Austermann in der Hauptausschusssitzung klar. "Entweder für alle oder gar nicht", laute die Devise.

FDP-Fraktionschefin Barbara Schiek-Hübenthal stellte zudem in Frage, ob eine Entscheidung schon jetzt vonnöten sei, da eh noch der Kreistag einbezogen werden müsse. Helmut Strüßmann vom Geschäftsbereich Stadtplanung und Bauen bei der Verwaltung erläuterte, dass nach einem positiven Ratsbeschluss der Kreistag  die Wiedereinführung des LE-Kennzeichens beschließen müsste.

Anschließend geht der Antrag an das NRW-Verkehrsministerium und danach an den  Bund. Sagen alle Gremien "ja", können alle Kfz-Halter in Lippe künftig bei der Zulassung frei wählen, ob sie ein LIP- oder ein LE-Kennzeichen wünschen. Zunächst sei jedoch, so Bürgermeister Austermann, eine erste politische Willensbildung in Lemgo wichtig. "Das ist eine Beratung, die nicht haushaltsrelevant ist", stellte Karl-Horst Puchert (BfL) fest. Bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen wurde der SPD-Vorschlag mehrheitlich angenommen.

Die Debatte um das LE-Kennzeichen verfolgt Lemgo-Marketing-Chef Wolfgang Jäger nach eigenen Angaben mit gemischten Gefühlen. Er könne zwar das Lokalkolorit nachvollziehen. Aber eine Stadt müsse von selbst überzeugen - und nicht durch Buchstaben.
Der Rat berät zu dem Thema am ­Montag, 10. Dezember. Beginn der öffentlichen Sitzung ist um 18 im Rathaus.

LE-Schild: Comeback nach 40 Jahren
Die Kfz-Kennzeichen in Deutschland, so wie wir sie heute kennen mit schwarzen Buchstaben auf weißem Grund, mit einer Ortskennung und anschließend einer Buchstaben- und Ziffernkombination, sind 1956 eingeführt worden. Das LE-Kennzeichen für den Altkreis Lemgo wurde bis Ende 1972 ausgegeben. Als der einst selbstständige Kreis Lemgo Teil des Kreises Lippe wurde, endete die LE-Ära.

Obwohl dies jetzt nahezu 40 Jahre her ist, sind noch rund 450 Fahrzeuge beziehungsweise Oldtimer mit dem alten Nummernschild gemeldet. Im Straßenbild sind LE-Autos heutzutage aber sehr selten. Das dürfte sich ändern. Basis hierfür ist ein Votum der Verkehrsministerkonferenz , alte Kfz-Schilder durch eine Änderung der Fahrzeugzulassungsverordnung wieder möglich zu machen.

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