Brandstifter legen Feuer im "Bellevue" - Polizei sucht Zeugen

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Die Feuerwehr war mit etwa 35 Mann und vier Einsatzfahrzeugen vor Ort. Es brannte in zwei Räumen bei der Ankunft der Helfer. - © Marlen Grote
Die Feuerwehr war mit etwa 35 Mann und vier Einsatzfahrzeugen vor Ort. Es brannte in zwei Räumen bei der Ankunft der Helfer. (© Marlen Grote)

Lemgo. Nächtlicher Einsatz der Lemgoer Wehr: Aus den Fenstern der ehemaligen Gaststätte an der Hamelner Straße schlagen Mittwoch um kurz nach 1 Uhr nachts Flammen. Dabei sind die Fenster eigentlich mit Spanplatten verschlossen, schließlich ist die Gaststätte seit langer Zeit ungenutzt. Der Feuerwehr gelingt es, den Brand zu löschen. Verletzt wird niemand. Doch es stellt sich heraus: Das Feuer wurde gelegt.

Das ergeben die Ermittlungen der Kriminalpolizei an der Einsatzstelle Mittwochvormittag. Dazu, wie das Feuer genau entstand, will Polizei-Pressesprecher Uwe Bauer keine Aussagen machen. Die Schadenshöhe beziffert er auf etwa 50.000 Euro. Die Polizei sucht nun Zeugen.

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Polizei sucht Zeugen

Die Polizei sucht Zeugen, die am gestrigen Dienstag zwischen Mitternacht und etwa 1.30 Uhr etwas beobachtet haben, das mit dem Feuer im Zusammenhang stehen könnte. Wem dort oder in der Nähe Personen oder Fahrzeuge aufgefallen sind, wird gebeten, sich unter Tel. 05231-6090 bei den Ermittlern melden.

Die Einsatzmeldung geht gegen 1.10 Uhr bei der Feuerwehr ein. Der Löschzug Lemgo, die Löschgruppen Voßheide und Brake, ein Atemschutzcontainer des Kreises sowie ein Rettungswagen sind mit etwa 35 Kräften in der Nacht im Einsatz. Durch die verriegelte Tür verschaffen sie sich Zugang zum Gebäude. Erschwert wird der Einsatz dadurch, dass die Kellertreppe aus Holz so marode ist, dass die Einsatzkräfte sie nicht benutzen können. Stattdessen kommen laut Stephan Helms, Pressesprecher der Lemgoer Feuerwehr, Leitern zum Einsatz.

Zusätzliche Erschwernis: „In der unmittelbaren Nähe des Gebäudes gibt es keinen Hydranten", erklärt Helms. Die Löschwasserversorgung muss die Wehr deshalb über einen Containerwagen regeln. Das Fahrzeug aus Voßheide mit 7000 Litern Wasser – zusätzlich zu den etwa 4000 Litern Wasser in den anderen Löschfahrzeugen – sei sofort angefordert worden, so habe es zu keiner Zeit zu wenig Löschmittel gegeben.

Zudem gebe es einen Löschwasserteich in unmittelbarer Umgebung, auf den im Notfall zurückgegriffen werde, versichert Karl-Heinz Mense, Pressesprecher der Stadt Lemgo. Wichtig gerade für die Menschen, die der Umgebung der Gaststätte wohnen; ein Gebäude dient derzeit als Flüchtlingsunterkunft. Eine Gefahr für Menschen habe aber nicht bestanden: „Die benachbarten Gebäude sind mindestens 50 Meter entfernt, es musste niemand seine Wohnung verlassen", erklärt Stephan Helms.

Der Brand in der Gaststätte wird ihm zufolge schnell gelöscht, die Feuerwehr verhindert, dass sich die Flammen in die obere Etage und das Dach ausbreiten. Weil das Gebäude komplett verraucht ist, durchsuchen mehrere Trupps unter Atemschutz sämtliche Räume, um sicherzustellen, dass sich dort keine Menschen befinden. Weil auch der Fußboden und die Decke brennen, suchen sie nach weiteren Brandnestern.

Bereits im Mai vergangenen Jahres hatte es am ehemaligen Ausflugslokal gebrannt: Eine verfallene Scheune hinter dem „Bellevue" brannte ab, dort vermutete die Polizei ebenfalls Brandstiftung. Auch in diesem Jahr ging bereits ein leerstehendes Gebäude in Flammen auf: Als Grund für das Feuer in der ehemaligen Gärtnerei Kaufmann in Brake werde ebenfalls Brandstiftung vermutet. Dazu, ob die Brände möglicherweise im Zusammenhang stehen, wollte sich Polizei-Pressesprecher Uwe Bauer nicht äußern.

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