Neue Ideen für die Leopoldshöher BMX-Bahn

Thomas Dohna und Stefan Backe

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Aus der Vogelperspektive: Wer es in Leopoldshöhe erst einmal auf die Strecke geschafft hat, kann die Fahrt voll genießen. Das Foto zeigt eine Szene vom Renn-Wochenende im vergangenen September. Der Parcours genießt unter den Sportlern einen sehr guten Ruf. Abseits der Piste ist aber noch einiges zu tun, damit Eltern und Besucher bei schlechtem Wetter nicht im Schlamm versinken. Archiv - © Stefan Backe
Aus der Vogelperspektive: Wer es in Leopoldshöhe erst einmal auf die Strecke geschafft hat, kann die Fahrt voll genießen. Das Foto zeigt eine Szene vom Renn-Wochenende im vergangenen September. Der Parcours genießt unter den Sportlern einen sehr guten Ruf. Abseits der Piste ist aber noch einiges zu tun, damit Eltern und Besucher bei schlechtem Wetter nicht im Schlamm versinken. Archiv (© Stefan Backe)

Leopoldshöhe. Seit fünf Jahren bauen die Aktiven an der BMX-Bahn in Leopoldshöhe. Jetzt haben Dag Schneevoigt und Hannes Wilmsmeyer die neuesten Ideen für den weiteren Ausbau der Anlage vorgestellt. Die Politiker im Sportausschuss der Gemeinde stehen diesen Plänen wohlwollend gegenüber.

Die beiden Sportler hatten vor sechs Jahren erstmals ihre Gedanken für den Bau einer BMX-Bahn vorgestellt. Damals habe niemand im Ausschuss an die Verwirklichung der Pläne geglaubt, sagte Bürgermeister Gerhard Schemmel. Noch davor hatten Kinder und Jugendliche in der Jugendsprechstunde der Gemeinde ihren Wunsch nach einer solchen Bahn deutlich gemacht. Danach habe sich aber eine Menge getan.

Dag Schneevoigt bestätigte das: 2012 hatte er im Sportausschuss die Pläne für die BMX-Bahn vorgestellt. 2013 bauten die Aktiven eine Drainage und bewegten 3000 Kubikmeter Erde. Noch im gleichen Jahr war die Anlage in groben Zügen fertig. Mit Hilfe der Bürgerstiftung Leopoldshöhe habe die Bahn dann zur Wettkampfanlage ausgebaut werden können, sagte Schneevoigt.

„Wir können uns mit der Anlage jetzt bundesweit messen", stellte der BMX-Abteilungsleiter des TuS Leopoldshöhe fest. Inzwischen verfüge die Bahn über ein Zertifikat als Bundesligastrecke.

Zurzeit sei die Abteilung 90 Mitglieder stark, davon seien 60 aktive Fahrer, 40 davon führen Rennen, berichtete Dag Schneevoigt. Unter den Aktiven seien 20 Bundesligafahrer; einige davon gehörten zur Elite, die international fahren. „Unsere Leute sind bei den Wettbewerben nicht nur Futter", meinte Schneevoigt.

Viele Eltern fassten mit an. In diesem Jahr solle zum dritten Mal ein Nachwuchscup stattfinden; der Beginner-Cup mit bisher 250 teilnehmenden Sportlern solle wiederholt werden. Für 2019 sei ein Bundesligawochenende geplant. „Wir sind aus dem Gröbsten raus", stellte Schneevoigt fest.

Nun soll es für Sportler und Gäste etwas mehr Komfort geben. Strom- und Wasseranschluss gibt es bereits. Das Gelände ist aber feucht und bietet keine Unterstellmöglichkeiten. Deswegen wollen die Sportler wetterfeste Flächen und auf Containerbasis einen Schutzbau schaffen. In Zukunft solle auch eine Beleuchtung her, sagte Schneevoigt.

Der Sportausschussvorsitzende Klaus Fiedler verwies auf die baurechtlichen Hürden, die es zu überwinden gelte. Bürgermeister Gerhard Schemmel sieht in der BMX-Bahn ein Alleinstellungsmerkmal. Aus Sponsorensicht sei sie eine lohnende Sache.

„All das müssen wir mit der Baugenehmigungsbehörde abstimmen", sagte Schemmel. Der Sportausschuss befürwortet die Pläne der BMX-Sportler. Nun soll der Hochbau- und Planungsausschuss das Baurecht herbeiführen.

370 Meter und 20 Wellen

Nach Einschätzung von Dag Schneevoigt haben gerade einmal 15 Anlagen in Deutschland ein ähnlich hohes Niveau wie die in Leopoldshöhe. Ein wichtiger Schritt zum Zertifikat als Bundesligastrecke war das Pflastern der drei 180-Grad-Kurven durch die ehrenamtlichen Helfer.

Ein Prunkstück ist die elektronische Rampe am Starthügel. Bei Rennen warten hier jeweils acht Fahrer darauf, dass die Klappe mit einem Ruck im Boden verschwindet und den Weg freimacht. Dann gilt es die 370 Meter lange Strecke bei der anspruchsvollen Sprintsportart so schnell wie möglich zu absolvieren. Dabei müssen 20 kleinere und größere Wellen überwunden werden.

Die Räder mit ihren 20-Zoll-Reifen haben keine Schaltung. Neben Kraft und Ausdauer ist die Technik entscheidend.

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