Die Leopoldshöher Johanneskirche ist nicht mehr

Thomas Dohna

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Verschwunden: Von der katholischen Johanneskirche sind nur noch ein paar Brocken Beton übrig. - © Thomas Dohna
Verschwunden: Von der katholischen Johanneskirche sind nur noch ein paar Brocken Beton übrig. (© Thomas Dohna)

Leopoldshöhe. Nur wenige Wochen hat es gebraucht, bis die katholische Johanneskirche an der Herforder Straße verschwunden ist. Von der einst strahlend weißen Kirche sind nur noch ein paar 
Brocken Beton übrig geblieben. Der Abriss zog immer wieder interessierte Zaungäste an. Viele Jahre hatten sich die Leopoldshöher Katholiken für eine katholische Kirche im Ortsteil engagiert und viel Geld für den Bau gesammelt. 2000 wurde der Grundstein für die Johanneskirche gelegt, 2002 war die Weihe.

Doch schon kurz nach Ablauf der Gewährleistungsfristen stellten Baufachleute Feuchteschäden fest. Ob sie durch falsche Lüftung oder durch fehlerhafte Konstruktion oder mangelhafte Bauausführung entstanden sind, blieb offen. Die Schäden breiteten sich aus, 2014 musste die Kirche wegen starken Schimmelbefalls geschlossen werden. Das Gemeindehaus blieb weiter in Betrieb. Auf 500.000 Euro bezifferten Gutachter die Sanierungskosten für die Kirche. Das sei für die Gemeinde finanziell nicht tragbar gewesen, hieß es. Außerdem gab es nach Ansicht des Erzbistums Paderborn, zu dem die katholischen Christen in Leopoldshöhe gehören, im sogenannten pastoralen Raum West-Lippe ohnehin zu viele Gebäude.

Der Kirchenvorstand beschloss den Verkauf – und als das nicht gelang – den Abriss der Kirche. Die Glocken und die Ausstattung von Kirche und Gemeindehaus gingen in andere katholische Gemeinden. Damit stehen die Katholiken im Ortsteil Leopoldshöhe räumlich gesehen schlechter da als unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges: Sie haben im Ortsteil erstmals seit vielen Jahrzehnten keinen Raum, in dem sie zusammenkommen können.

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