Das Grün soll für neues Gebäude der Felix-Fechenbach-Gesamtschule weichen

Neues Schulgebäude in zwei Jahren

Thomas Dohna

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Neubau geplant: Der kleine Schulgarten neben dem Hauptgebäude der Felix-Fechenbach-Gesamtschule und dem neuen Oberstufengebäude. Hier soll ein Neubau für zwei Jahrgangsstufen entstehen, um die Raumnöte von Gesamtschule und benachbarter Grundschule Nord zu lösen. - © Thomas Dohna
Neubau geplant: Der kleine Schulgarten neben dem Hauptgebäude der Felix-Fechenbach-Gesamtschule und dem neuen Oberstufengebäude. Hier soll ein Neubau für zwei Jahrgangsstufen entstehen, um die Raumnöte von Gesamtschule und benachbarter Grundschule Nord zu lösen. (© Thomas Dohna)

Leopoldshöhe. In zwei Jahren muss der geplante Neubau für die Felix-Fechenbach-Gesamtschule (FFG) in Betrieb gehen. Das stellte der Leiter der FFG, Manfred Kurtz, in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultur fest. Zurzeit belegt die FFG Räume im mit der Grundschule gemeinsam genutzten „Alten Aulatrakt".

Die Äußerung Kurtz‘ ist Teil der Diskussion um den entstehenden Schulentwicklungsplan für die Gemeinde. Die Steuerungsgruppe dazu leitet Heinz Kriete, ehemals Dezernent der Bezirksregierung Detmold und jetzt Berater für Schulentwicklung. Er hatte in der Gruppe mit Mitgliedern der Leopoldshöher Verwaltung, der Schulen und der Politik einen ersten Sachstand zu den Schulgebäuden in Leopoldshöhe erarbeitet.

Dabei errechnete die Steuergruppe einen Fehlbedarf von rund 1.100 Quadratmetern Fläche für die Grundschule Nord, 1.100 Quadratmetern Fläche für die FFG und 435 Quadratmetern Fläche für die Grundschule Asemissen. Es fehlen an allen Schulen Differenzierungs- und Fachräume. An den Grundschulen sind die Klassenräume nach modernen Kriterien zu klein. „Wenn wir Kinder mit erhöhtem Förderbedarf haben, sind oft zusätzliche Personen mit im Klassenraum, die brauchen Platz", sagte Diana Fleer, Leiterin der Grundschule Asemissen.

Acht Kinder an der Schule hätten ständige Begleitpersonen. Auch die bräuchten Platz in den Klassenräumen. Cornelia Schmidt, Leiterin der Grundschule Nord, bekräftigte: „Auch bei uns entsprechen die Räume nicht der Norm."

Als Lösung präsentierte die Steuergruppe den Auszug der FFG aus dem Alten Aulatrakt und den Neubau eines FFG-Gebäudes für zwei Jahrgänge. Damit würde nicht nur die Grundschule Nord entlastet, auch im Hauptgebäude der FFG würden Räume frei, die für zeitgemäße pädagogische Konzepte genutzt werden können, sagte Kriete.

Den Raumbedarf an der Grundschule Nord habe die Steuergruppe ebenfalls im Blick, versicherte Kriete als Antwort auf eine Bemerkung Andreas Brinkmanns (SPD), dem eine Berücksichtigung der Grundschule Asemissen in den Planungen fehlte. Später forderte Brinkmann einen Rahmenplan, in dem die Instandsetzungsmaßnahmen für die Schulen für die nächsten fünf Jahre festgehalten seien.

Man wolle klotzen, nicht kleckern, sagte Bürgermeister Gerhard Schemmel. In der Grundschule Asemissen gebe es einen Sanierungsstau. Die Lieferfristen im Baugewerbe machten auch der Gemeinde zu schaffen. Die Duschen in der Sporthalle sind nur noch kalt. Das Dach der Schule müsse saniert werden. Dafür seien im Haushalt Mittel vorgesehen, sagte Schemmel.

Cornelia Risy (CDU) fragte, warum ein Plan für das neue Gebäude nicht gezeigt werde. Der Steuergruppe habe er vorgelegen. Bei diesem Plan handele es sich um ein Massemodell und nicht um die endgültige Planung, betonte Bürgermeister Schemmel. Die Frage der Finanzierung sei noch offen. Daraus könnten sich noch Änderungen ergeben. Es solle daher eine zu frühe Diskussion um den Plan in der Öffentlichkeit vermieden werden.


"Plötzliche Dynamik"

Ein Kommentar von Thomas Dohna

Wie sind die Vorgänger des heutigen Schulleiters der Felix-Fechenbach-Gesamtschule ehedem noch abgespeist worden: Die Schule nehme zu viele Schüler auf und sei deswegen zu klein. Man müsse einfach zusammenrücken, dann werde es schon gehen, hieß es immer wieder aus Politik und Gemeindeverwaltung.

Vor einigen Jahren haben Politik und Verwaltung der Grundschule Asemissen noch Räume wegnehmen wollen. Schulentwicklungsplanung benötige man nicht, Leopoldshöhe sei überschaubar. Eltern, Lehrer und andere, die auf den Raummangel in den Schulen hinwiesen, wurden als ahnungslos oder unmäßig dargestellt. Erst als in der SPD-Fraktion neue Leute an die Spitze und in die Ausschüsse kamen, veränderte sich etwas. Gegen internen und externen Widerstand setzten sie eine neue Schulentwicklungsplanung in Gang – und siehe da, keine der Forderungen war übertrieben, im Gegenteil.

Noch haben nicht alle in Leopoldshöher Politik und Verwaltung begriffen, dass es nicht mehr auf die althergebrachte paternalistische Art und Weise geht. Noch haben nicht alle begriffen, dass eine möglichst breite, öffentliche Beteiligung aller Betroffenen an der Schulentwicklungsplanung – und auch an anderen Planungen – Konflikte vermeiden hilft.

Meist werden so bessere Lösungen geschaffen, als mit der lange gepflegten Politik, hinter verschlossenen Türen zu verhandeln und sich dann zu wundern, warum die nach dem Motto „Friss oder stirb" präsentierte Lösung auf Widerstand der Beteiligten und Betroffenen trifft.

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