Raubüberfall in Oerlinghausen: Nur ein Zeuge erscheint vor Gericht

Astrid Sewing

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Das Detmolder Gerichtsgebäude. - © Bernhard Preuss
Das Detmolder Gerichtsgebäude. (© Bernhard Preuss)

Detmold. Zwei bewaffnete und maskierte Männer überfallen im April 2017 eine Gaststätte in Oerlinghausen. Einer der Gäste ist sich sicher, den Täter zu kennen. Außerdem soll das Duo auch Bäckermeister Arnd Brinkmann am 19. April überfallen und ihm eine Rolex gestohlen haben. Wer diese Uhr an den Chef einer Rockerbande in Bielefeld verkauft hat, sollte gestern mit Hilfe mehrerer Zeugen vor der Strafkammer des Landgerichts geklärt werden. Die Zeugen allerdings kamen nicht.

Staatsanwalt Kristoffer Mergelmeyer war keineswegs damit einverstanden, das verlesen zu lassen, was die Zeugen bei der Polizei ausgesagt hatten. Er forderte, die Polizei solle die Männer aus Bielefeld abholen und zum Gericht bringen. Es geht um den Verkauf der Rolex und die Rolle, die der 24-Jährige Mesut Z. (Name von der Redaktion geändert) dabei gespielt hat. Ein Zeuge, der mit dem Leopoldshöher befreundet ist, sagte gestern aus, Z. habe sich mit ihm an der Grundschule Asemissen getroffen und die Rolex zum Verkauf angeboten. Sie sei von seinem Vater.

Mesut Z. hingegen gab an, er habe die Uhr nicht an den Rockerchef verkauft. Und genau den hätte Staatsanwalt Kristoffer Mergelmeyer gerne befragt. Allerdings war dieser Zeuge, wie auch der Hehler, schon am ersten Verhandlungstag nicht erschienen. Deshalb wurde gestern ein neuer Verhandlungstermin anberaumt, am 23. August geht es um 11 Uhr weiter. Die Zeugen werden nicht geladen, damit sie nicht kurzfristig untertauchen.

Die Polizei wird sie festsetzen und dem Gericht vorführen. Bislang hat nur einer der Gäste, die bei dem Überfall in der Gaststätte dabei waren, angegeben, dass er Z. einwandfrei identifiziert habe. Ein zweiter Zeuge, der mit dem 24-Jährigen in derselben Haftanstalt eingesessen hatte, hatte ausgesagt, der Angeklagte habe die Tat zwar nicht gestanden, aber gesagt, „dass man ihm sowieso nichts könne, auch wenn er es gewesen wäre". Sachbeweise für die Tatbeteiligung konnte die Polizei nicht vorlegen. Auch ist nicht klar, wer der zweite Täter ist.

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