Andrea Rodekamp ist neue Leiterin des Fachbereiches III in Leopoldshöhe

Thomas Dohna

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Neu: Andrea Rodekamp leitet seit Anfang Februar den Fachbereich Bildung und Soziales der Gemeinde Leopoldshöhe. Hier steht sie auf dem Balkon ihrer Wohnung mit Blick auf den Teutoburger Wald. - © Thomas Dohna
Neu: Andrea Rodekamp leitet seit Anfang Februar den Fachbereich Bildung und Soziales der Gemeinde Leopoldshöhe. Hier steht sie auf dem Balkon ihrer Wohnung mit Blick auf den Teutoburger Wald. (© Thomas Dohna)

Leopoldshöhe. Mit ihr ist der Gleichstand in der Leitung der Gemeinde erreicht, wenn man einmal vom Bürgermeister absieht. Je zwei Fachbereiche werden von Männern geleitet, je zwei von Frauen. Eine von ihnen ist Andrea Rodekamp, seit dem 1. Februar Leiterin des Fachbereiches III (Bildung und Soziales), und damit neben Heike Sunkovsky, Uwe Aust und Dirk Puchert-Blöbaum in der Gemeindeleitung tätig.

Für Andrea Rodekamp ist der Bereich Bildung neu. Viele Jahre war die Sozialarbeiterin im Jugendamt Bad Salzuflen tätig. Die gebürtige Leopoldshöherin kam dazu über die Jugendarbeit in der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Leopoldshöhe. Nach der Konfirmation war sie ehrenamtliche Mitarbeiterin in der Jugendarbeit und spielte im Posaunenchor mit. Nach der zehnten Klasse am Heeper Gymnasium wechselte sie an die Kollegschule in Bethel, um sich dort neben dem Abitur zur Erzieherin ausbilden zulassen.

„Intuitiv war klar, dass es in die soziale Richtung geht", stellt Rodekamp rückblickend fest. Das Anerkennungsjahr absolvierte sie in einer Einrichtung der Heimerziehung und studierte dann an der Fachhochschule Bielefeld Sozialarbeit. „Ich habe mich dann sehr bewusst bei Jugendämtern beworben", erinnert sich Rodekamp. Das sei im Grunde die andere Seite im Vergleich zum Anerkennungsjahr und zum Studium. Da habe sie in Wohngruppen gearbeitet.

Angefangen hat Rodekamp beim Allgemeinen Sozialdienst der Stadt Bad Salzuflen. „Da hat man die gesamte Bandbreite", beschreibt sie die Aufgaben. Von Beratungen bis hin zu Entscheidungen über Sorgerechtsentzüge oder Inobhutnahmen von Kindern reiche das. Nach zwölf Jahren wechselte sie in die Präventionsarbeit. Beratungen von Lehrern zu sexuellem Missbrauch oder zur Suchtprävention waren ihre Aufgaben. Rodekamp ließ sich zur Kinderschutzfachkraft ausbilden und koordinierte Familienbildungsangebote. Freiberuflich zertifizierte sie Familienzentren.

„Wahrscheinlich war der Wunsch da, sich zu verändern", sagt Rodekamp. Sie habe noch mehr als 20 Jahre Berufsleben vor sich. Im Sommer sah sie die Stellenanzeige der Gemeinde, bewarb sich, und der Gemeinderat wählte sie zur Fachbereichsleiterin.

Dass sie im Ort lebt, sieht sie nicht als Nachteil. Im Allgemeinen Sozialdienst habe sie bei Kollegen gesehen, was das bedeuten kann. „Aber bei dieser Stelle ist das okay", sagt Rodekamp. Sie habe damit ein großes Netzwerk im Ort. In einer Gemeinde wie Leopoldshöhe ist der Sozialbereich vor allem von Leistungen an Bedürftige geprägt. Angelegenheiten wie Wohngeld, Grundsicherung und für Asylbewerber werden hier bearbeitet.

Die Rentenberatung ist hier angesiedelt, wie auch das Quartiersmanagement im neuen Integrationszentrum an der Parkstraße in Asemissen. Die Verwaltung der Büchereien gehört schon zum Bildungsbereich, wie auch das Familienservicebüro. Kindergärten, Schulen, Sportanlagen und Jugendzentren werden zu Rodekamps Aufgaben gehören. „Ich freue mich schon darauf", sagt sie. Es tue gut, einmal einen ganz neuen Bereich kennen zu lernen, sagt Rodekamp. Dass sie in Zukunft auch intensiv mit der Politik in der Gemeinde zu tun bekommt, schreckt sie nicht.

„Die Arbeit in einer öffentlichen Verwaltung ist immer von Politik geprägt."Ihr Ehrenamt als Vorsitzende des Kirchenvorstandes der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde, das sie seit drei Jahren inne hat, wird sie vorerst nicht aufgeben. Es sei ihr bewusst, dass es möglicherweise Interessenskonflikte geben könne, andererseits wollte sie die Kirchengemeinde nicht so plötzlich im Stich lassen. „Wir werden sehen, wie sich das entwickelt", meint Rodekamp.

Die Fachbereiche der Gemeindeverwaltung

Die Verwaltung besteht aus insgesamt fünf Fachbereichen, wobei im fünften Fachbereich die Gemeindebetriebe zusammengefasst sind. Dieser wird von Dirk Puchert-Blöbaum als technischem und Kämmerer Uwe Aust als kaufmännischem Leiter verantwortet. Beide gehören auch der Verwaltungsleitung an, denn Uwe Aust leitet den Fachbereich II (Finanzen) und Dirk Puchert-Blöbaum den Fachbereich IV (Bauen, Umwelt, Ordnung), wobei das Sachgebiet „Ordnung" neu hinzu gekommen ist als Folge einer Neuordnung der Verwaltung. Bislang verantwortete Bürgermeister Gerhard Schemmel den Bereich Bildung selbst, der nun an Andrea Rodekamp geht. Der ausgeschiedene Fachbereichsleiter Jürgen Taron war fürs Soziale und die Ordnung zuständig. Den Fachbereich I (Zentrale Dienste, Haupt- und Personalverwaltung) leitet Heike Sunkovsky. Sie ist zudem auch die Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters.

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