Verkehrsplanung für Wohnprojekt Johanneshof unter Kritik

Thomas Dohna

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Diskussion: Auf diesem Grundstück stand bis Anfang vergangenen Jahres die katholische Johanneskirche. Die Wohnbau Lemgo plant dort ein Wohnprojekt. Das Gebäude dafür steht wegen seiner Höhe, Größe und der Zahl der Parkplätze in der Kritik. - © Thomas Dohna
Diskussion: Auf diesem Grundstück stand bis Anfang vergangenen Jahres die katholische Johanneskirche. Die Wohnbau Lemgo plant dort ein Wohnprojekt. Das Gebäude dafür steht wegen seiner Höhe, Größe und der Zahl der Parkplätze in der Kritik. (© Thomas Dohna)

Leopoldshöhe. Das Gebäude für das Wohnprojekt Johanneshof auf dem Grundstück der abgerissenen Johanneskirche an der Herforder Straße ist auf dem Plan ein wenig mehr nach rechts gerückt. An seiner Größe und Höhe hat sich nichts geändert. Das führt zu Diskussionen in Politik und in Bürgerschaft. Ein Bebauungsplan für die Fläche wird derzeit erarbeitet, allerdings ohne die zunächst vorgesehene Festlegung auf die Planungen des Investors.

Der Johanneshof soll ein Projekt für Menschen sein, die mit Jung und Alt unter einem Dach in abgeschlossenen Wohnungen, aber mit gemeinsam genutzten Räumen leben wollen. Die Baugenossenschaft Wohnbau Lemgo tritt als Investor auf. Lange sah es so aus, als würde deren Planung problemlos durch die politischen Gremien laufen und verabschiedet werden. Doch es regt sich Widerstand.

Die CDU sieht die Verkehrssituation als nicht ausreichend gelöst. Im Hochbau- und Planungsausschuss fand Karl-Heinz Daake (CDU) die vorgesehenen 25 normalen und drei Behindertenparkplätze für die bis zu 28 Wohnungen zu wenig. „Wie verhält es sich mit mehr Fahrzeugen pro Wohnung und wie mit möglichen Besuchern?", fragt er. Im Gegensatz zu anderen Politikern könne die CDU aber mit der vorgesehenen Höhe der Gebäude von 12,80 Metern leben.

In der SPD sprechen manche von einem „sehr unglücklichen Entwurf". Offiziell stützt die Ratsfraktion das Vorhaben. „Ein solches soziales Wohnprojekt kann man nur unterstützen", sagt Fraktionsvorsitzender Thomas Jahn. Geklärt werden müsse noch die Verkehrssituation. Die Autos vom Grundstück direkt auf die Herforder Straße zu leiten, sei nicht zielführend. Um den Sorgen der Nachbarn zu begegnen, solle ein Verschattungsprofil erarbeitet werden.

Die Grünen freuen sich, dass der Hochbau- und Planungsausschuss zwar einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst hat, aber eben ohne die von der Verwaltung vorgeschlagene Festlegung auf die Planungen der Wohnbau Lemgo. Auch die CDU habe sich nach einiger Diskussion darauf eingelassen, berichtet Jürgen Hachmeister, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Die Zahl der Parkplätze halten auch die Grünen für nicht ausreichend. Als zu hoch empfinden die Grünen die Gebäude mit geplanten 12,80 Meter. „Auch im Quartier regt sich Widerstand", hat Hachmeister beobachtet. Die von der Wohnbau vorgelegte zweigeschossige Variante sehe grausig aus: „Das war sehr einseitig gezeigt", kritisiert er die Wohnbau und ihren Architekten.
FDP-Ratsherr Hermann Graf von der Schulenburg wird deutlicher: „Das Gebäude ist zu massiv und städtebaulich an der Stelle nicht passend." Das bedürfe der Überarbeitung, wie auch die Darstellung der Planungen durch die Wohnbau. Er schlägt für das Grundstück einen städtebaulichen Wettbewerb vor.

Vertreter aller Parteien bestätigen, dass die katholische Kirche das Grundstück nur unter der Bedingung der Wohnbau verkauft hat, dass dort das geplante Wohnprojekt verwirklicht wird.

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