Leopoldshöher diskutieren über eine zweite Wache

Thomas Dohna

  • 0
Brandschutz: Die Feuerwehr in Leopoldshöhe ist gut ausgestattet, wie hier beim Brand auf den Hof Kleimann, hat aber tagsüber immer wieder Probleme, genügend Leute in richtiger Zeit an den Einsatzort zu bekommen. Dabei geht es ihr nicht anders wie anderen Feuerwehren im Land. - © Thomas Dohna
Brandschutz: Die Feuerwehr in Leopoldshöhe ist gut ausgestattet, wie hier beim Brand auf den Hof Kleimann, hat aber tagsüber immer wieder Probleme, genügend Leute in richtiger Zeit an den Einsatzort zu bekommen. Dabei geht es ihr nicht anders wie anderen Feuerwehren im Land. (© Thomas Dohna)

Leopoldshöhe. Die Gemeinde hat ein Problem mit dem Brandschutz. Das ist Politik und Verwaltung spätestens seit der Vorlage des Brandschutzbedarfsplans vor drei Jahren klar. In einem Gutachten hatte ein Sachverständiger festgestellt, dass die Freiwillige Feuerwehr vor allem aus zwei Gründen die Schutzziele des Plans nicht einhalten kann: rechtzeitig und in ausreichender Zahl am Einsatzort zu sein. Deswegen soll es testweise eine zweite Wache im Süden der Großgemeinde geben.

Neun Wehrleute sollen in spätestens acht Minuten nach einem Alarm am Einsatzort eingetroffen sein – das sehen die Standardbedingungen vor. Bei den weitaus meisten Einsätzen der vergangenen Jahre konnte die Wehr diese Bedingungen nicht einhalten. Sachverständiger, Verwaltung und Politik betonen, dass es nicht am Engagement der Wehrleute mangelt.

Laut Gutachten sind vor allen an Wochentagen tagsüber zu wenige Wehrleute einsatzbereit. Viele arbeiten auswärts und brauchen lange, oft zu lange, um zur Wache zu kommen. An den Wochenenden und nachts hält die Wehr die Einsatzbedingungen wesentlich häufiger ein. Dennoch ist durch die Bahnlinie der Süden der Gemeinde oft nicht in der vorgegebenen Zeit zu erreichen.

Auf mehreren Wegen versuchen Feuerwehr und Gemeindeverwaltung das Problem anzugehen. So will man Unternehmer überzeugen, dass mehr Arbeitnehmer für Einsätze zur Verfügung stehen – bisher mit wenig Erfolg. Ein zweiter Weg ist, herauszufinden, ob es unter den in Leopoldshöhe Arbeitenden von auswärts Mitglieder anderer Wehren gibt. Die müssten allerdings bereit sein, wenigstens ab und zu an den Dienstabenden der Leopoldshöher Wehr teilzunehmen, um Fahrzeuge und Kameraden kennenzulernen.

Einen dritten, kostspieligen Weg hat der Gemeinderat jüngst mit der Verabschiedung des Brandschutzbedarfsplans eingeschlagen. In Asemissen wird südlich der Bahnlinie eine Halle angemietet. Dort sollen zwei Fahrzeuge der Feuerwehr untergestellt werden. Im Umfeld des Gewerbegebiets Asemissen leben etwa 25 Wehrleute. Für längstens ein Jahr soll getestet werden, ob die Feuerwehr mit diesem Provisorium die sogenannten Hilfsfristen in Asemissen einhalten kann. Die Grünen im Gemeinderat hatten gefordert, auf das Provisorium zu verzichten und gleich eine Wache zu bauen, waren aber gescheitert.

Regeln für die Wehr

Wann und mit wie vielen Einsatzkräften die Feuerwehr am Einsatzort eintreffen muss, ist in Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft der Berufsfeuerwehren (AGBF) festgelegt. Sie gelten als „Allgemein anerkannte Regeln der Technik". Wer sich daran hält, hat nach höchstrichterlicher Rechtsprechung im Streitfall den ersten Anscheinsbeweis für sich, nicht fahrlässig gehandelt zu haben.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2019
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!