Grundschule Asemissen feiert 50. Geburtstag

Thomas Dohna

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Alte Bücher: Schulleiterin Diana Fleer hat auf dem Dachboden der Grundschule Asemissen sorgsam gehütete Unterlagen aus der Zeit der Gründung der Schule vor 50 Jahren und aus der Zeit der Volkschule gefunden, aus der die Grundschule hervorgegangen ist. - © Thomas Dohna
Alte Bücher: Schulleiterin Diana Fleer hat auf dem Dachboden der Grundschule Asemissen sorgsam gehütete Unterlagen aus der Zeit der Gründung der Schule vor 50 Jahren und aus der Zeit der Volkschule gefunden, aus der die Grundschule hervorgegangen ist. (© Thomas Dohna)

Leopoldshöhe. Vor ziemlich genau 50 Jahren hat die Grundschule Asemissen ihren Betrieb aufgenommen. Das feiert die Schule heute mit einem großen Schulfest. Zur Vorbereitung darauf ist Schulleiterin Diana Fleer auf den Dachboden der Schule gestiegen und hat in alten Unterlagen geforscht. Sie hat Überraschendes entdeckt.

Schon lange vor der Grundschule Asemissen gab es im Dorf eine Schule, die Volksschule. Als Gebäude gibt es sie vielfach verändert noch. Heute ist dort im Erdgeschoss die Verwaltung der Schule untergebracht. Wie in so vielen Volksschulen werden die Kinder damals wohl jahrgangsübergreifend unterrichtet worden sein. Wie das zu geschehen hatte, beschrieb eine Vorschriftensammlung für die Pastoren und Lehrer im „Fürstenthum Lippe".

Das gab es 1956 nicht mehr, die Volksschule bestand noch. Fleer fand auf dem Dachboden Zeugnisbücher und Protokollbücher aus jenem Jahr. Sie schmunzelt: „Es stehen etliche bekannte Namen darin", sagt sie. Welche will sie nicht verraten – Datenschutz. Wegen der damals gepflegten sorgfältigen Handschriften las sie, dass sich die Themen im Vergleich zu heute nicht wesentlich unterscheiden. Es ging um auffällige Schüler, Veränderungen im Kollegium, die Zeugnisse am Jahresende. „Es ist beruhigend, dass die Kollegen damals mit ganz ähnlichen Problemen umzugehen hatten wie wir heute", sagt Fleer. Es sei offenbar nicht so, dass die Kinder und Jugendlichen immer schlimmer würden. Diese Klagen habe es damals auch gegeben. Die Protokollbücher vermittelten allerdings einen ähnlichen Eindruck wie heute. Fleer muss abermals schmunzeln, als ihr blich auf das zeugnisbuch fällt. Auch darin seien viele heute in Asemissen, Bechterdissen und Greste bekannte Namen zu finden. Die Bemerkungen spiegelten ebenfalls ähnliche Herausforderungen und Bewertungen der Kinder wie heute.

Eines war deutlich anders als heute. Im Schuljahr 1968/69 besuchten im Schnitt 36 Schülerinnen und Schüler eine Klasse, heute sind es gut 20. „Bis 30 Schülerinnen und Schüler dürfen wir", sagt Fleer. Insgesamt 473 Kinder besuchten damals die Schule. In den Hochzeiten waren es bis zu 700 Schülerinnen und Schüler, hat Fleer herausgefunden, inklusive der Kinder im Schulkindergarten.

Gleich nach der Gründung der Großgemeinde 1969 begann sie Geld für die Grundschule Süd auszugeben. So hieß die Schule zunächst in Abgrenzung zur Volksschule Asemissen. Damals muss das Lehrschwimmbad gebaut worden sein. 1979 kam die Sporthalle hinzu. Bis dahin mussten die Kinder bei Wind und Wetter mit ihren Lehrerinnen zur Sporthalle an der Festhalle wandern, um dort Sportunterricht zu bekommen. „Deswegen gab es damals grundsätzlich nur Doppelstunden Sport", sagt Fleer. 1993 ließ die Gemeinde den heute noch als Neubau benannten Trakt D bauen. 1998 folgte das Forum. 2010 oder 2011 beantragte die Schulkonferenz die Umbenennung der Grundschule Süd in Grundschule Asemissen, dem der Gemeinderat folgte.

Die Grundschule litt in vergangenen Jahren unter dem Wegfall der Schulbezirksgrenzen und der Gründung von christlichen Privatschulen vor allem in Bielefeld. Kritik an den sinkenden Schülerzahlen kamen aus der Politik, auch am jahrgangsübergreifenden Unterricht. Aus der Politik wuchsen Begehrlichkeiten nach vermutet freistehenden Räumen. Dieses Thema ist schon lange vom Tisch.

„Unsere Schülerzahlen steigen wieder", sagt Fleer. Die jüngsten Schulentwicklungspläne zeigen, dass auch an der Grundschule Asemissen Platz fehlt. Inzwischen hat die Gemeinde die mehrfach verschobenen Arbeiten zur Erhöhung des Brandschutzes in Angriff genommen. Demnächst sollen die Gebäude eine bessere Wärmedämmung bekommen. Energetische Sanierung nennt die Gemeinde das.

Großes Schulfest

Die Grundschule Asemissen begeht am heutigen Freitag, 24. Mai, ab 14 Uhr ihren 50. Geburtstag. Die Organisatoren laden dazu alle jetzigen Schüler und Eltern zum Jubiläum ein und freuen sich ebenfalls auf ein Wiedersehen mit ehemaligen Schülern und Lehrern. Auch Bürger und Nachbarn der Schule sind herzlich eingeladen mitzufeiern.

Dazu gibt es ein buntes Programm: Die Kinderrockband Randale wird auftreten. Erstmalig wird sich Arminia Bielefeld als neuer Kooperationspartner aktiv einbringen. Ehemalige Schüler berichten aus ihrer Schulzeit. Ein Klassenraum erinnert mit zahlreichen Erinnerungsstücken an den Schulalltag von vor 50. Jahren. Die Feuerwehr Leopoldshöhe stellt ihre Jugendfeuerwehr vor. Mit Bratwurst, Brezel, Kuchen und Torten dürfen sich die Gäste versorgen.

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