Leopoldshöher beschwert sich über Raser auf der Heeper Straße

Thomas Dohna

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Bernfried Hanemann vermutet, dass die farblich abgesetzten Streifen auf den Bürgersteigen entlang der Heeper Straße in Bechterdissen eine Parkmöglichkeit bieten. - © Thomas Dohna
Bernfried Hanemann vermutet, dass die farblich abgesetzten Streifen auf den Bürgersteigen entlang der Heeper Straße in Bechterdissen eine Parkmöglichkeit bieten. (© Thomas Dohna)

Leopoldshöhe-Bechterdissen. Die Anzeige hat es deutlich gemacht: Rund 70 Prozent der Autofahrer auf der Heeper Straße fahren zu schnell. Das hat Willi Wächter beobachtet. Er möchte das gefahrene Tempo reduzieren und dafür einen Radfahrerschutzstreifen einrichten. Bernfried Hanemann sieht das allerdings anders und weist auf mögliche Parkplatzprobleme hin – hervorgerufen durch den Schutzstreifen.

Wächter hatte in einem Gespräch mit der LZ seinen Antrag an den Verkehrsausschuss der Gemeinde vorgestellt. Einen 1,30 Meter breiten Schutzstreifen solle es geben. Schon die optische Einschränkung führe zu geringeren Geschwindigkeiten, will Wächter auf der Hauptstraße beobachtet haben. Dort gibt es seit etlichen Jahren einen solchen Schutzstreifen.

Um den Straßenraum optisch einzuengen, habe der Kreis an den Rändern durchgezogene Linien aufbringen lassen, und zwar in etlichen Zentimetern Abstand vom Bordstein. Hanemann schätzt Wächters Leistungen für die Großgemeinde. „Er hat viel getan", sagt der gelernte Maschinenbauer. An dieser Stelle aber liege Wächter nicht ganz richtig. Werde ein solcher Schutzstreifen eingerichtet, dürfe entlang der Heeper Straße nicht mehr geparkt werden.

Ein Blick in die Straßenverkehrsordnung bestätigt das: Im Abschnitt „Markierungen" steht: „Wer ein Fahrzeug führt, darf auf durch Leitlinien markierten Schutzstreifen für den Radverkehr nicht parken." Die durchgezogenen Linien seien nicht wegen der Einengung des Straßenprofils aufgebracht worden, sondern um Parkraum zu schaffen. Die Autos dürften so halb auf der Straße und halb auf dem Gehweg stehen. Die mit einem dunkleren Grau auf dem Gehweg abgesetzte Fläche am Rand des Bordsteins weise darauf hin. Der Bordstein selbst sei angeschrägt, damit dadurch leichter auf den Weg gefahren werden könne.

Die LZ fragte beim Kreis Lippe nach. Der hat die Straße in den Jahren 1985 und 1986 bauen lassen und ordnet als Straßenverkehrsbehörde Verkehrszeichen an, zu denen auch Radfahrerschutzstreifen und durchgezogene Linien gehören.

Die Antworten des Kreises Lippe sind ganz klar: Bei dem Bürgersteig handelt es sich in bestimmten Abschnitten um einen nicht benutzungspflichtigen Geh- und Radweg und in anderen Bereichen um einen Gehweg, der für Radfahrer freigegeben ist. Auf dem Geh-/Radweg darf nicht geparkt werden, weil es dort eine erlaubende Beschilderung nicht gibt. Allerdings dürfe auf der Fahrbahn geparkt und gehalten werden. Mit der zweifarbigen Pflasterung werde der Sicherheitstrennstreifen des Geh- und Radwegs zur Fahrbahn hin gekennzeichnet.

Die durchgezogenen Linien sollen den Fahrbahnquerschnitt optisch einengen. So will der Kreis Lippe das Geschwindigkeitsniveau auf der Straße reduzieren. Dass seinerzeit schräge Bordsteine eingebaut wurden, habe keinen besonderen Grund, teilt die Kreisverwaltung mit. Die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten würden in unregelmäßigen Abständen sowohl vom Kreis Lippe als auch von der Polizei überwacht.

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