Leopoldshöhe und Lockhausen haben einen neuen Bezirksbeamten

Thomas Dohna

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Präsenz: Oberkommissar Daniel Dreyer steht am Kreisverkehr an der Grundschule Nord. Allein weil der Bezirksbeamte da ist, werden die Behindertenparkplätze nicht zugestellt. - © Thomas Dohna
Präsenz: Oberkommissar Daniel Dreyer steht am Kreisverkehr an der Grundschule Nord. Allein weil der Bezirksbeamte da ist, werden die Behindertenparkplätze nicht zugestellt. (© Thomas Dohna)

Leopoldshöhe. Die gelbe Jacke ist bereits aus weiter Ferne zu sehen. Daniel Dreyer ist auf dem Weg vom Marktplatz zur Grundschule Nord. Seit einigen Monaten ist der Polizist bereits als Bezirksbeamter in Leopoldshöhe und Lockhausen auf Streife.

Dreyer ist Lipper. Er ist im Kreis geboren, aufgewachsen und lebt hier. Beruflich gesehen war er stets in der Region eingesetzt. Keine Selbstverständlichkeit im Werdegang eines Beamten. Üblicherweise werden junge Polizisten zunächst in Einsatzhundertschaften eingesetzt. Sie werden anschließend in die großen Behörden in Köln, Düsseldorf oder ins Ruhrgebiet versetzt. Oftmals dauert es viele Jahre, bis sie die Möglichkeit bekommen, in die Nähe ihrer Heimat versetzt zu werden.

Der 42-Jährige schloss seine Ausbildung zu dem Zeitpunkt ab, als eine andere Aufgabenverteilung zwischen Bundes- und Landespolizei in Kraft trat. Die frei werdenden Kräfte der Landespolizei verteilte die Landesregierung damals auf die großen Behörden in NRW. Dreyer durfte nach Lippe. Einerseits fand er das gut, er hat hier Familie und Freunde. Andererseits hatte er sich auch auf die Zeit bei der Einsatzhundertschaft und in einer der großen Behörden gefreut.

"Alles richtig gemacht"

Zur Polizei kam Dreyer anfangs über Umwege. Zunächst brachte er die Handelsschule hinter sich. Ziel war eine Ausbildung zum Versicherungs- oder Bankkaufmann. Vorstellungsgespräche hatte er schon hinter sich. Die Zusage zu einer Ausbildungsstelle lag zuhause. Die Idee, sich auch bei der Polizei zu bewerben, kam schließlich von einem Onkel, seines Zeichens selbst Polizist. Dieser erzählte ihm vom Alltag und von den Aufgaben der Beamten. Dreyer war begeistert und bestand die Aufnahmetests. Heute sagt er: „Alles richtig gemacht."

Nach der Ausbildung landete Dreyer zunächst in Detmold. Wach- und Wechseldienst in Uniform, Einsatztrupp in Zivil. „Das war überwiegend nachts", erinnert er sich. Der Dienst sei meist nicht planbar. Manchmal sei gar nichts los, dann reihe sich wieder Einsatz an Einsatz. Das sei nicht an bestimmten Wochentagen fest zu machen, sagt Dreyer. Er fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Die Polizei wird selten zu Kaffee und Kuchen eingeladen."

Nach zehn Jahren wechselte er nach Bad Salzuflen. Seine Frau, ebenfalls Polizistin, und er bekamen drei Kinder. Im Wach- und Wechseldienst wird die Terminplanung für die Familie schwierig, stellten die beiden fest. Außerdem gebe es im Einsatzgeschehen kaum Zeit, mit den Menschen zu sprechen, beispielsweise bei Streit zwischen Nachbarn. Als die Polizei die Stelle des Bezirksbeamten in Leopoldshöhe und Lockhausen ausschrieb, bewarb sich Dreyer.

Viel Freude bei der Verkehrserziehung bei den Kindern

Er habe nun auch Zeit für die kleinen Dinge des Lebens. Jetzt könne er mit den Menschen auch einmal länger sprechen und so Verständnis zwischen ihnen wecken. Dabei gehe es dann manchmal auch um Gott und die Welt. Dreyer macht die Verkehrserziehung bei den Kindern in Grundschule und Kindertagesstätte viel Freude. „Wenn dann ein Kind fragt, darf ich dich an die Hand nehmen, ist das einfach toll", sagt Dreyer. Das sei auch ein Unterschied zum Wach- und Wechseldienst. Da freue sich üblicherweise mindestens eine Partei nicht, die Polizei zu sehen.

Dreyer genießt die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Leopoldshöher Ordnungsamts. In unregelmäßigen Abständen gehen sie gemeinsam auf Streife, um die üblichen Treffpunkte von Jugendlichen aufzusuchen. Die Rücksichtslosigkeit, mit der im Moment mit dem Müll umgegangen wird, nervt Dreyer. Es stünden überall Mülleimer. „Auf diese Weise machen ein paar wenige Jugendliche den anderen die Plätze kaputt", klagt Dreyer.

Bisweilen muss Dreyer auch Haftbefehle vollstrecken. Da gehe es meist um Kleinigkeiten wie ein ignoriertes Buß- oder Ordnungsgeld.

Was den Leuten auf den Nägeln brenne, sei der Verkehr im Ortsteil Leopoldshöhe. Viele Autofahrer hielten sich nicht an Tempo 30, beobachtet Dreyer. Meistens seien es aber genau die, die dort wohnen.

Eine Frau auf dem Fahrrad weiß sofort, was Dreyer von ihr möchte. „Ja, ich darf nicht auf dem Gehweg fahren", sagt sie. Aber auf der Straße sei es ihr wegen der am Straßenrand parkenden Autos und den auf die Fahrbahn ragenden Pflanzinseln zu gefährlich. Dreyer versteht‘s, ermahnt sie dennoch – und lässt sie weiterfahren.

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