Kirchengemeinde Leopoldshöhe eröffnet die "Ansprechbar"

Birgit Guhlke

An der Ansprechbar an der evangelisch-reformierten Kirche direkt neben dem Marktplatz laden Pfarrerin Kornelia Schauf (Mitte), Pfarrer Hendrik Meier und Annette Kerker zu Gesprächen ein. Zudem verkaufen sie Selbstgemachtes und heißen Apfelsaft.  - © Birgit Guhlke
An der Ansprechbar an der evangelisch-reformierten Kirche direkt neben dem Marktplatz laden Pfarrerin Kornelia Schauf (Mitte), Pfarrer Hendrik Meier und Annette Kerker zu Gesprächen ein. Zudem verkaufen sie Selbstgemachtes und heißen Apfelsaft.  (© Birgit Guhlke)

Leopoldshöhe. Es soll ein Ort sein, an dem die Menschen reden können, was loswerden, lachen, auch Streitgespräche führen oder es sich einfach mal ein bisschen gut gehen lassen. Musik hören, ein Gläschen heißen Apfelsaft trinken, in der Auslage des Häuschens nach ein paar Weihnachtsgeschenken stöbern. Die „Ansprechbar" neben der evangelisch-reformierten Kirche am Marktplatz soll das möglich machen.

Sie sei in einem Gespräch mit einer Freundin auf die Idee gekommen, sagt Pfarrerin Kornelia Schauf. „Was machen wir in Zeiten von Corona?", habe die Frage gelautet. „Wir sind ansprechbar, lass’ uns mal darüber reden", lauteten die Antwort und gleichermaßen der Name des Angebots. Die Hütte, die üblicherweise zum Nikolausmarkt aufgebaut wird, trägt seitdem das Schild „AnsprechBar – Kirche im Gespräch".

Klaus Riedel hat während des Eröffnungstags der Ansprechbar Lieder gespielt. Er ist auch Mitglied im Posaunenchor. - © Birgit Guhlke
Klaus Riedel hat während des Eröffnungstags der Ansprechbar Lieder gespielt. Er ist auch Mitglied im Posaunenchor. (© Birgit Guhlke)

Ein Stehtisch steht davor, daneben hat sich an diesem Tag Klaus Riedel mit Trompete und Notenständer gestellt und spielt einige Lieder. Vom Marktplatz nebenan kommen ein paar Besucher zum Kirchplatz, trinken einen ersten heißen Apfelsaft, den Pfarrer Hendrik Meier und Annette Kerker ausschenken. Sie werden später abgelöst, viele Ehrenamtliche der Kirchengemeinde hätten sich dafür in einer Liste eingetragen. „Sie wollen wieder etwas machen, sie wollen mitmachen", sagt Pfarrerin Schauf.

Neben der Hütte ist ein Zelt aufgebaut, darin stehen drei Bänke mit Fellen als Sitzunterlage. Die Konfirmanden haben diese Bänke selbst gebaut, die Lehne und der Sitz sind geschwungen, ähnlich wie bei den Sitzliegen, wie sie mittlerweile vielerorts an Wanderwegen und Aussichtspunkten aufgestellt werden. Später sollen die Bänke auf dem Friedhof ihren Platz finden und selbigen den Besuchern bieten. Eventuell kommt noch ein Tisch dazu, es sei durchaus beabsichtigt, dass sich Menschen auf dem Friedhof auch über die Grabpflege und -besuch hinaus aufhalten können. Kornelia Schauf: „Der Friedhof ist auch ein Ort der Lebenden." Auch die Marmelade, die in der Hütte verkauft wird, kommt von den Konfirmanden. Es gibt selbstgenähte Masken, Adventskalender mit 24 Söckchen zum Selberfüllen, Kerzen, Bastelartikel, kleine Vogelhäuschen. Der Verkaufserlös ist für die Kinder- und Jugendarbeit gedacht und für die Initiative „Brot für die Welt".

Angebot für alle

Nach Totensonntag wird auch wieder nach und nach die hölzerne Krippe neben der Kirche aufgebaut. Der Stall steht schon, bis Heiligabend ziehen dann die Figuren der Krippenszene ein. Wenn möglich, soll es immer wieder mal ein paar besondere Aktionen geben, wie Bastelstunden für Kinder oder an den Adventssonntagnachmittagen Geschichtenerzählungen. Wenn es denn die Corona-Vorgaben erlauben.

Das Angebot ist offen für alle, egal welchen Alters oder welcher Religion. Es sei mit dem Ordnungsamt abgestimmt, erklärt Kornelia Schauf, das sei sehr gut gelaufen. Das bestätigt auch Ordnungsamtsleiter Frank Sommer. Die Abstandsregeln sind klar, die Helfer in der Hütte tragen Maske.

Angesichts der Beratungen über weitere Verschärfungen der Corona-Vorgaben bleibe die Verwaltung „mit der Kirche immer in Kontakt". Im Fall der Fälle „müssen wir gucken, was tatsächlich in der Verordnung steht." Vor allem bei den Ausnahmeregelungen gebe es beispielsweise Unterschiede bei Versammlungen oder Veranstaltungen, die mit „der religiösen Ausübung" zu tun haben. Einen Weihnachtsmarktcharakter habe die Aktion ja bewusst nicht.

Geöffnet ist die Ansprechbar dienstags, mittwochs, freitags und sonntags von 10 bis 12 Uhr, donnerstags von 16 bis 18 Uhr, bei Andacht auch länger. Zudem ist die Kirche während dieser Zeiten geöffnet.

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