Ein neues Quartier für Leopoldshöhe

Birgit Guhlke

Das Baugebiet Brunsheide Süd-Ost in Leopoldshöhe.  - © Birgit Guhlke
Das Baugebiet Brunsheide Süd-Ost in Leopoldshöhe.  (© Birgit Guhlke)

Leopoldshöhe. Die Gemeinde wächst, Wohnungen und Häuser werden gebraucht. In diesem Zusammenhang spielt das Baugebiet Brunsheide Süd-Ost eine besondere Rolle. Hier soll unter dem Stichwort „Lebendiges Quartier" eine neue Form des Wohnens und Zusammenlebens in Leopoldshöhe entstehen. Dafür gibt es jetzt Rückenwind.

Denn das so genannte „Lebendige Quartier Brunsheide" wird eines von sieben Modellprojekten für die Zukunft des Wohnens in Ostwestfalen-Lippe. Das hat die Gemeindeverwaltung bekanntgegeben. Was dieses besondere Projekt gemeinschaftlichen Wohnens alles umfassen könnte, erklärt der Fachbereichsleiter Bauen/Planung/Ordnung, Dirk Puchert-Blöbaum: „Da geht es um einen Quartierstreffpunkt zwischen den Gebäuden, da geht es um E-Mobilität, Tiny-Häuser oder auch besondere Versorgungsnetze für Wärme und Strom." Bei diesem Projekt „kommt alles in einen Topf, aber noch wird keine Suppe daraus". Denn es müssten viele verschiedene Interessen unter einen Hut gebracht werden. Das bedeutet: Die Planung steht noch am Anfang. Klar ist bereits, dass ein städtebaulicher Wettbewerb Verwaltung und Politik helfen soll, die bestmögliche Lösung für das Quartier zu finden. Noch sind die Eckpunkte aber nicht klar definiert.

Einen ersten Überblick über Chancen und Möglichkeiten hatten sich die Kommunalpolitiker während der Sitzung des Hochbau- und Planungsausschusses im August verschafft. Während der Sitzung hatte das Büro Drees & Huesmann (Bielefeld) einen Rahmenplan vorgestellt, den das Stadtplanungsbüro im Auftrag der Gemeinde erstellt hatte – gemäß des Ziels der Regionale 2022, bei der zukunftsweisende Wohnprojekte realisiert werden, die den Bedürfnissen der Menschen entsprechen.

Projekte sollen bis 2022 in den Bau gehen

Und die sind durchaus vielfältig und nicht immer nur auf das klassische Einfamilienhaus mit großem Garten ausgerichtet. Es geht um zukunftsweisende und nachhaltige Konzepte, heißt es in den Mitteilungen der Regionale 2022. Im Juli war der Aufruf zur Einreichung von Modellprojekten gestartet. Eine sechsköpfige Regionale-Fachkommission hatte sieben Vorhaben mit beispielhaften Lösungsansätzen ausgewählt und zur „Weiterentwicklung empfohlen". Dazu zählt auch das „Lebendige Quartier" in Leopoldshöhe, weitere sind in Bielefeld, Detmold oder Herford.

Diese Projekte durchlaufen ein dreistufiges Auswahl- und Qualifizierungsverfahren. Anschließend werde aus den Projektideen ein Regionale-2022-Projekt. „Wir sind jetzt daran, den B-Status zu erreichen", sagt Dirk Puchert-Blöbaum. Die Gemeinde habe für ihr Projekt bereits „starke Unterstützung vom Land und von der Bezirksregierung" erhalten. Das bezieht sich auch auf das Projekt „Bildungscampus", bei dem am Schulzentrum multifunktionale Angebote für alle Bürger der Gemeinde entstehen und die Schulen ihrerseits vom Ausbau profitieren. „Deshalb können wir auch als kleine Kommune dabei sein." In den nächsten Tagen gibt es ein Arbeitskreis-Sitzung, bei der die nächsten Schritte beraten werden. Es sei ein Prozess, der die Gemeinde mehrere Jahre beschäftigen wird. Mit entsprechender Unterstützung als Regionale-Projekt laufe das aber sicherlich leichter.

Während des Qualifizierungsverfahrens werden die als Modellprojekte ausgewählten Vorhaben zum Beispiel vom Regionale-Team und von dem international tätigen Büro für Architektur und Städtebau, DeZwarteHond, begleitet und beraten. Die Projekte sollen bis 2022 in den Bau gehen.

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