Leopoldshöher Rat verabschiedet Kämmerer nach Lage

Birgit Guhlke

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Bürgermeister Martin Hoffmann (l.) bedankte sich bei Uwe Aust während der für den scheidenden Kämmerer letzten Ratssitzung der Gemeinde Leopoldshöhe. - © Birgit Guhlke
Bürgermeister Martin Hoffmann (l.) bedankte sich bei Uwe Aust während der für den scheidenden Kämmerer letzten Ratssitzung der Gemeinde Leopoldshöhe. (© Birgit Guhlke)

Leopoldshöhe. Dass während einer Ratssitzung applaudiert wird, ist eher selten. Kommt aber vor. Der Leopoldshöher Rat zollte damit nun einem Respekt und Dank, den die Gemeinde ziehen lassen muss. Kämmerer Uwe Aust übernimmt ab Oktober diese Aufgabe in der Nachbarkommune Lage. Vor diesem „traurigen Teil" der Sitzung, wie Bürgermeister Martin Hoffmann sagte, gab es noch einige Beschlüsse und Informationen.

Outdoor-Klassenzimmer

Der Förderverein der Felix-Fechenbach-Gesamtschule hat ordentlich gewirtschaftet und gesammelt und will nun mit 15.000 Euro den Umbau zweier Treppen zu einer stufenartigen Terrasse hinter der Aula/Mensa als eine Art Klassenzimmer für Außen-Unterrichtseinheiten umbauen lassen. Dafür hat der Förderverein die Gemeinde um Unterstützung und einen Zuschuss von rund 10.000 Euro gebeten. Diese Idee gebe es schon länger, hatte Bürgermeister Martin Hoffmann bereits während der Sitzung des Betriebsausschusses Eigenbetriebe erklärt und die Politik um ein Votum gebeten. Was gar nicht nötig wäre, wie nun auch Kämmerer Uwe Aust bestätigte. Das Geld sei vorhanden, weil in diesem Jahr noch nicht alle Mittel abgerufen worden seien. Bei solch einer Summe könne es auch die Betriebsleitung selbst entscheiden, sagte Uwe Aust. Das Votum aus der Politik sei wichtig, „um eine Einschätzung mitzunehmen". Diese folgte dann im Rat. Und fiel positiv aus. Alle Fraktionen lobten zudem das Engagement des Fördervereins. Wenn alles gut geht, soll der Umbau während der Herbstferien beginnen. Einige Büsche müssen dafür entfernt werden, die Bäume aber sollen stehenbleiben.

Digitalisierung

Eine Übersicht über den aktuellen Stand des Breitbandausbaus hat Torben Klassen (IT-Abteilung in der Verwaltung) zusammengestellt. Wie mehrfach berichtet, ist die Firma Sewikom mit dem Ausbau im gesamten Kreis Lippe beauftragt, der Kreis ist Auftraggeber. Und vieles ist noch unklar, wie Torben Klassen verdeutlichte. Beispielsweise, wann alles in Betrieb gehen soll. In den Siedlungsbereichen seien die Tiefbauarbeiten abgeschlossen, im November soll dann alles freigeschaltet werden. Soll. Gleiches gilt für die Gewerbegebiete. Und auch in den Schulen, im Rathaus und in den meisten Kitas liegen die Lichtwellenleiter laut Klassen.

„Wir warten jetzt auf die Inbetriebnahme."

Für die Förderung dieses Ausbaus gebe es zwei Stufen, die erste dauert noch bis Ende 2022 an, die zweite beginne am 1. Januar 2023. Auch bei dieser zweiten Stufe für dann noch unversorgte Gebiete seien Förderungen in Höhe von 90 Prozent möglich, ganz klar sei das aber noch nicht. Das Ziel sei es in jedem Fall, „ein gigabitfähiges Netz zu schaffen". Auftraggeber ist – und soll es laut Martin Hoffmann bestmöglich auch bleiben – der Kreis. Die Gemeinde sei gut beraten, wenn der Kreis die Antragsstellung und Koordination der Programme in diesem Förderdschungel beibehalte, „wir übernehmen uns heillos, wenn wir es selber machen". Vertreter aller Fraktionen bemängelten die Dauer des Verfahrens, äußerten Frust darüber, dass die Gemeinde keinen Druck machen könne, damit es endlich schneller gehe. Günter Dove (SPD): „Es sind jetzt sieben Jahre ins Land gegangen; geplant war ja mal, dass alles 2020 fertig ist."

Kämmerer

Zum letzten Mal legte Uwe Aust Jahresabschlüsse (für 2019) vor, die nach externer Prüfung nun alle vom Rat einstimmig angenommen wurden. Bürgermeister Martin Hoffmann und Vertreter aller Fraktionen bedankten sich – mit lobenden Worten und Geschenken – bei dem nach fünf Jahren in Leopoldshöhe nach Lage wechselnden Kämmerer für die gute Arbeit und das Engagement, das er für Leopoldshöhe gezeigt habe. Auch als Mensch und Kollege werde er fehlen, sagte Hoffmann. Aust gab den Dank zurück, Leopoldshöhe sei „ein toller Ort zum Leben, Arbeiten und Wohlfühlen". Und sicher werden sich die Wege noch mal kreuzen. Mindestens weil es mit dem Zusammenschluss von Lage, Leopoldshöhe und Lemgo (3L-in-Lippe) als Leader-Region gemeinsame Projekte geben kann.

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