Oerlinghauser Firma will skandinavische Märkte erobern

"B.O.T. Aircraft" peilt Wasserlandung an

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Bastler am Werk: Jürgen Ostermeier und Geertje Götschmann stehen an einem ihrer "SpeedCruiser 07", der sich mitten im Fertigungsprozess befindet. - © FOTO: MAZHIQI
Bastler am Werk: Jürgen Ostermeier und Geertje Götschmann stehen an einem ihrer "SpeedCruiser 07", der sich mitten im Fertigungsprozess befindet. (© FOTO: MAZHIQI)

Oerlinghausen. In der einen Ecke werden Rumpf, Tragflächen, Leitwerke zusammengebaut, in einer anderen Motor, Elektrik und Steuerung montiert. Jeder Handgriff folgt einem Plan. So soll der "Speed Cruiser", das Ultraleichtflugzeug der Oerlinghauser "B.O.T. Aircraft", das Anfang 2010 in Serie gegangen ist, noch leichter werden und auf Wasser landen können. Ohne das Cockpit umbauen zu müssen, soll er für Rollstuhlfahrer fliegbar sein.

In der Werkshalle am Flugplatz Oerlinghausen wird kräftig angepackt. Das Ziel: "Pro Monat wollen wir bis zu drei Flugzeuge produzieren", betont Geschäftsführer Jürgen Ostermeier. Aber nicht nur das. Er, die Projektleiterin Geertje Götschmann und die acht Mitarbeiter tüfteln seit der Gründung der Firma 2009 an neuen Entwicklungen, die jetzt die Zulassung bestehen müssen.

Ein Alleinstellungsmerkmal ist den Oerlinghausern sicher. "Niemand baut ein Cockpit, das ohne Umbaumaßnahmen von behinderten und nicht behinderten Menschen genutzt werden kann", berichtet Ostermeier. Jetzt läuft die Zulassung für den deutschen Luftraum. In Frankreich sei so ein Flieger bereits in der Luft und sorge für ausreichend Flexibilität bei der Fortbewegung. "Denn auch der Rollstuhl kann mitgenommen werden", sagt Ostermeier.

Kreative Köpfe experimentieren neuerdings an Schwimmern herum. "Das sind Flugzeuge, die sowohl auf Wasser als auch auf Land landen können", erklärt Ostermeier. Sowohl Form als auch Gewicht sind hierbei wichtig. Hierzulande sei die Nachfrage nicht besonders groß, weil es zu wenig Landestellen gäbe. Aber auf Skandinavien und Kanada hat es die Firma abgesehen. Immerhin beträgt der Exportanteil der Oerlinghauser B.O.T. Aircraft 70 Prozent.

Große Nachfrage: Drei Monate beträgt die Lieferzeit bei einer "SpeedCruiser 07"-Order. Nun soll die Produktionszeit auf vier Wochen schrumpfen. "Das schaffen wir nur, wenn wir mehr vorproduzieren und für die Montage bereithalten", erklärt Ostermeier. Die Zweigstelle in Polen, in der Tragflächen und Cockpitzellen gefertigt werden, soll noch mehr Teile liefern. Dann wird eventuell an mehr als drei Flugzeugen gleichzeitig geschraubt.

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