Missbrauch auf Campingplatz: Bagger reißt Baracke von Andreas V. ab

Janet König

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Abriss: Ein Bagger macht sich ans Werk- Die Parzelle von Andreas V. soll komplett abgeräumt werden. - © Vera Gerstendorf-Welle
Abriss: Ein Bagger macht sich ans Werk- Die Parzelle von Andreas V. soll komplett abgeräumt werden. (© Vera Gerstendorf-Welle)

Lügde-Elbrinxen. Der Tatort des tausendfachen Kindesmissbrauchs auf dem Campingplatz „Eichwald" ist bald Geschichte. Betreiber Frank Schäfsmeier hat am Dienstag begonnen, die Baracke des Hauptverdächtigen Andreas V. abzureißen. Mit einem Bagger soll die Parzelle beseitigt werden, auf der mindestens 40 Kinder Opfer des 56-jährigen Dauercampers geworden sein sollen.

Monatelang war der Bereich abgesperrt, zwei Ermittlungsteams – erst Lippe, dann Bielefeld – führten mehrere Durchsuchungen durch, immer wieder wurden dabei neue Beweismittel gefunden. Nach der Freigabe des Tatorts hatte der Campingplatzbetreiber nur darauf gewartet, auch die nötige Rechtssicherheit für den Abriss zu bekommen. „Am liebsten hätte ich die ganze Parzelle direkt dem Erdboden gleich gemacht", sagte Schäfsmeier noch in der vergangen Woche. Der Bagger müsse sich nun durch einen wahren Bretterwall kämpfen. Denn Andreas V. habe immer wieder neue Zäune um seine Baracke gebaut, wenn der Müll Überhand genommen hatte. Der 56-Jährige hatte die Parzelle in den vergangenen zehn Jahren nach dem Tod seiner Eltern verkommen lassen.

Nun will der Betreiber endlich mit dem Kapitel abschließen. Der Abriss sei dafür ein wichtiger Schritt. Die Beseitigung wird laut Schäfsmeier nicht billig, vom ehemaligen Bewohner sei jedoch vermutlich nichts zu holen. Andreas V. sitzt seit dem 6. Dezember in U-Haft. Der Prozess soll im Juni beginnen.

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Abriss der Baracke (© LZ)


Freigabe des Tatorts

Der mutmaßliche Tatort ist von der Polizei in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Detmold bereits am 27. März freigegeben worden. Die aufgestellten Absperrgitter, die eine ungestörte Spurensuche ermöglichen sollten, wurden am 23. März abgebaut. Trotz des Abbaus dieser äußeren Sicherung blieben einzelne Objekte auf dem Campingplatz zunächst weiterhin beschlagnahmt und versiegelt, teilte die Polzei mit. Vor knapp zwei Wochen seien dann das Flatterband sowie die polizeilichen Siegel an den Objekten entfernt worden.

Fotostrecke: Missbrauch auf Campingplatz: Das unfassbare Verbrechen


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