Initiative "Kinder von Lügde" demonstriert in Hannover

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Bei einer Schweigeaktion für die «Kinder von Lügde» stehen Kinderschuhe auf dem Boden der Hamelner Fußgängerzone. Mit der Schweigeaktion soll auf das Schicksal der missbrauchten «Kinder von Lügde» aufmerksam gemacht werden. Niedersachsen sollte nach Vorstellungen der Initiative «Kinder von Lügde» einen unabhängigen Missbrauchsbeauftragten bekommen. - © Archivfoto: Christophe Gateau/dpa
Bei einer Schweigeaktion für die «Kinder von Lügde» stehen Kinderschuhe auf dem Boden der Hamelner Fußgängerzone. Mit der Schweigeaktion soll auf das Schicksal der missbrauchten «Kinder von Lügde» aufmerksam gemacht werden. Niedersachsen sollte nach Vorstellungen der Initiative «Kinder von Lügde» einen unabhängigen Missbrauchsbeauftragten bekommen. (© Archivfoto: Christophe Gateau/dpa)

Hannover (dpa). Gemusterte Gummistiefel, rosa Ballerina und Turnschuhe in bunten Farben: Rund 50 Paar kleine Schuhe hat die Initiative «Kinder von Lügde» am Mittwoch vor dem niedersächsischen Landtag aufgestellt. Jedes Paar steht symbolisch für ein Opfer der Missbrauchsserie auf einem Campingplatz in Lügde. Ein 56 Jahre alter Dauercamper soll gemeinsam mit Komplizen jahrelang mehr als 40 Mädchen und Jungen sexuell missbraucht und dabei gefilmt haben - es gibt weitere Verdachtsfälle. Seit acht Wochen demonstriert die von Privatleuten gegründete Initiative mit ihren kleinen Schuhen einmal wöchentlich in Hameln.

«Wir fordern, dass der Fall Lügde gut aufgearbeitet wird», sagte die Sprecherin der Gruppe, Ina Tolksdorf. Notwendig seien darüber hinaus die Einrichtung einer Kinderschutzkommission sowie eines unabhängigen Missbrauchsbeauftragten auf Landesebene. Niedersachsens Landtagspräsidentin Gabriele Andretta dankte der Initiative für ihr Engagement. «Sie erheben die Stimme für die Schwächsten der Schwachen», sagte die SPD-Politikerin. «Dieser schreckliche Fall hat uns allen gezeigt, dass wir besser hinsehen müssen.» Es werde konkrete Maßnahmen geben.

Der Landkreis Hameln will am Freitag sein neues Präventionskonzept vorstellen. Das örtliche Jugendamt hatte den 56-jährigen Hauptverdächtigen aus Lügde auf Wunsch der Mutter als Pflegevater für ein kleines Mädchen eingesetzt, obwohl es Hinweise auf sexuell übergriffiges Verhalten des Mannes gegeben hatte.

In Lügde soll ein 56 Jahre alter arbeitsloser Dauercamper mit einem 34-jährigen Komplizen jahrelang Kinder missbraucht und dabei gefilmt haben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat inzwischen gegen den 56-Jährigen sowie einen weiteren 49 Jahre alten Beschuldigten aus Stade die Anklagen vorgelegt.

Die von Privatleuten gegründete Initiative «Kinder von Lügde» demonstriert seit Ende März einmal wöchentlich in Hameln. Um das Ausmaß des Lügder Skandals zu veranschaulichen, stellt sie dabei für jedes mutmaßlich missbrauchte Kind symbolisch ein Paar kleine Schuhe auf. Das solle auch vor dem Landtag geschehen, sagte die Sprecherin der Gruppe, Ina Tolksdorf.

Alle Artikel zum Missbrauchsfall Lügde lesen Sie hier.

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