Missbrauchsskandal: Neuer Haftbefehl gegen Andreas V. erlassen

Janet König und Erol Kamisli

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Die Parzelle von Andreas V. auf dem Campingplatz in Lügde-Elbrinxen - © Vera Gerstendorf-Welle
Die Parzelle von Andreas V. auf dem Campingplatz in Lügde-Elbrinxen (© Vera Gerstendorf-Welle)

Lügde/Detmold. Im Missbrauchsfall Lügde soll gegen den Hauptbeschuldigten Andreas V. am Donnerstag, 23. Mai, ein neuer Haftbefehl erlassen werden. Das bestätigt sein Verteidiger Johannes Salmen aus Lage. Der Haftbefehl beinhalte die 293 Fälle sexuellen Missbrauchs, die die Anklage Andreas V. zur Last legt. „Die Vorwürfe, dass mein Mandant Kontakte zur Kinderporno- und Sex-Mafia hat, haben sich in Luft aufgelöst", so Salmen.

Hintergrund für den erneuten Haftbefehl sei, dass die Sechs-Monats-Frist für seinen Mandanten am 6. Juni ablaufe. Dieser sitzt bereits seit dem 6. Dezember im Gefängnis. Normalerweise dürfe die U-Haft eine halbes Jahr nicht überschreiten, doch da der Prozess erst Ende Juni starten könne, hatte die Staatsanwaltschaft eine Verlängerung der Haft beantragt. Das Oberlandesgericht Hamm habe dieser zugestimmt, bestätigt Oberstaatsanwalt Ralf Vetter.

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Ende der Woche soll nun auch Anklage gegen Mario S. erhoben werden. Der 34-Jährige sitzt seit dem 11. Januar in U-Haft. Ihm wird bisher der sexuelle Missbrauch von 18 Kindern vorgeworfen. Eine mögliche Trennung der Verfahren werde es nicht geben, betonte Vetter. „Wir werden die Anklage gegen Mario S. rechtzeitig fertigstellen. Das Trio wird gemeinsam zum Prozessbeginn am Landgericht auf der Anklagebank Platz nehmen", fügt Vetter hinzu.

Das Detmolder Landgericht hat bereits Terminvorschläge für den Prozess verschickt. Demnach könnte der Prozess am 27. oder 28. Juni starten. „Die Vorschläge sind an alle Prozessbeteiligten rausgegangen, allerdings haben wir noch keinerlei Feedback", sagt Landgerichtssprecher Wolfram Wormuth.

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